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Lufthansa-Jubiläum überschattet: Streikwelle trifft hunderte Flüge

Flugbegleiter und Piloten legen den Betrieb lahm – ausgerechnet zum 100-jährigen Jubiläum der Lufthansa.

Lufthansa-Jubiläum überschattet: Streikwelle trifft hunderte Flüge

Lufthansa-Passagiere erleben eine turbulente Woche: Kaum ist der jüngste Pilotenstreik beendet, rollt die nächste Streikwelle an. Seit Mitternacht befinden sich rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa sowie ihrer Regionaltochter Cityline im Ausstand. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat den Streik bis einschließlich Donnerstagabend ausgerufen.

Betroffen sind alle Abflüge der Deutschen Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München. Hinzu kommen sämtliche Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Vor allem an den Hauptdrehkreuzen Frankfurt und München dürften erneut hunderte Flüge ausfallen.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein festgefahrener Tarifstreit: Die Gewerkschaft UFO wirft der Arbeitgeberseite vor, im Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag bislang unzureichend entgegenzukommen. Bereits am vergangenen Freitag hatte UFO deshalb zum Streik aufgerufen – ohne Ergebnis.

Piloten und Eurowings legen nach

Die Streikwelle endet damit nicht. Die Vereinigung Cockpit (VC) kündigte an, dass Lufthansa-Pilotinnen und -Piloten am kommenden Donnerstag und Freitag erneut die Arbeit niederlegen werden. Beim Ferienflieger Eurowings ist für Donnerstag ebenfalls ein eintägiger Streik geplant. Im Mittelpunkt der Pilotenforderungen stehen vor allem höhere Betriebsrenten.

VC-Präsident Andreas Pinheiro begründete den erneuten Streikaufruf damit, dass es keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber gebe. Die Vereinigung Cockpit will am Donnerstag und Freitag alle Abflüge der Lufthansa von deutschen Flughäfen sowie alle Abflüge der Töchter Cargo und Cityline bestreiken. Gleichzeitig schlug die VC ein Schlichtungsverfahren vor, um den Tarifkonflikt beizulegen – die Lufthansa erklärte sich dazu grundsätzlich bereit.

Festakt zu 100 Jahren Lufthansa im Streikschatten

Die Streikwelle trifft die Lufthansa zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Heute feiert die Fluggesellschaft ihren 100. Geburtstag mit einem Festakt im neuen Besucherzentrum „Hangar One" in Frankfurt am Main. Zu den geladenen Gästen zählen Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder, beide CDU.

UFO nutzte den Anlass für eine Protestkundgebung und will damit nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen die „Politik der harten Hand" im Unternehmen setzen. Auch die Pilotengewerkschaft VC rief ihre Mitglieder zur Teilnahme an der Kundgebung auf. Das Jubiläum der traditionsreichen deutschen Fluggesellschaft steht damit ganz im Zeichen des Arbeitskampfes.

Für Privatanleger, die Lufthansa-Aktien im Depot halten, sind anhaltende Streikwellen stets ein Belastungsfaktor: Flugausfälle in großem Umfang beeinträchtigen Umsatz und Reputation des Konzerns. Wie sich der Tarifkonflikt entwickelt und ob das vorgeschlagene Schlichtungsverfahren Früchte trägt, bleibt in den kommenden Tagen abzuwarten.

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