Lufthansa-Piloten streiken 48 Stunden – Massiver Ausfall droht
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft zu einem zweitägigen Streik bei mehreren Lufthansa-Töchtern auf.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat einen umfassenden Streik bei mehreren Tochtergesellschaften der Lufthansa Group angekündigt. Der Ausstand beginnt am Montag um 00:01 Uhr und endet am Dienstag um 23:59 Uhr. Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts stehen Gehaltsvereinbarungen und betriebliche Altersversorgung.
Betroffen sind konkret die Lufthansa AG, Lufthansa Cargo AG, Lufthansa Cityline GmbH sowie die Eurowings GmbH. Während die Eurowings-Flüge nur am Montag beeinträchtigt werden, drohen den übrigen Gesellschaften Störungen über den gesamten zweitägigen Zeitraum. Für Reisende bedeutet dies erhebliche Unsicherheit bei der Urlaubsplanung.
Eine Ausnahme gilt für Flüge in bestimmte Länder des Nahen Ostens. Verbindungen von Deutschland nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jemen sind vom Streik ausgenommen. Die Lufthansa Group begründet dies mit der aktuell erhöhten Instabilität in der Region.
Gewerkschaft sieht keine andere Wahl
VC-Präsident Andreas Pinheiro bezeichnete den Streik als „letztes Mittel". Die Gewerkschaft habe bewusst auf Arbeitskampfmaßnahmen über die Osterfeiertage verzichtet – ohne dass dies zu Fortschritten geführt habe. „Trotz der bewussten Entscheidung, über die Osterfeiertage auf Streikmaßnahmen zu verzichten, kamen keine ernsthaften Angebote. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch eine erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber", so Pinheiro.
Die Streitpunkte unterscheiden sich je nach Tochtergesellschaft. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo fehlt laut VC ein tragfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung. Bei Lufthansa Cityline steht eine nachhaltige Gehaltsvereinbarung im Vordergrund. Das Eurowings-Angebot zur Betriebsrente bezeichnete die Gewerkschaft als „inakzeptabel" und von so geringem Niveau, dass es den Namen kaum verdiene.
Trotz der Streikankündigung betont die VC, dass eine Einigung noch möglich sei. Pinheiro machte deutlich, dass das Management den Ausstand durch „verhandelbare Angebote" noch abwenden könne. Die Gewerkschaft wolle die Belastungen für Passagiere und Bodenpersonal ausdrücklich vermeiden.
Lufthansa-Management weist Forderungen scharf zurück
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Zur AktienanalyseDie Lufthansa-Führung reagierte mit deutlicher Kritik und bezeichnete die Streikentscheidung als „völlig neue Eskalationsstufe". Die Kernforderung der Gewerkschaft – eine Verdoppelung der betrieblichen Altersversorgung – nannte ein Unternehmenssprecher „absurd und nicht erfüllbar". Das bestehende Modell sei bereits „überdurchschnittlich und ausgezeichnet".
Der Pilotenstreik folgt unmittelbar auf einen eintägigen Streik der Kabinengewerkschaft UFO, der zur Streichung von Hunderten Flügen geführt hatte. Die zeitliche Nähe beider Arbeitskämpfe verdeutlicht den enormen Druck, unter dem die Lufthansa Group derzeit steht. In einem Zeichen der Solidarität rief die VC ihre Mitglieder zudem dazu auf, an einer Protestkundgebung der UFO am Frankfurter Flughafen am kommenden Mittwoch teilzunehmen.
Der aktuelle Konflikt offenbart eine tiefe Kluft zwischen dem Lufthansa-Konzern und seiner Piloten-Belegschaft. Während die Gewerkschaft fehlende Verhandlungsbereitschaft als Auslöser nennt, hält das Management die Forderungen für wirtschaftlich nicht tragbar. Ob eine Einigung vor Beginn des Streikfensters gelingt, bleibt offen – für Reisende empfiehlt sich eine genaue Beobachtung der Flugstatus-Informationen ihrer Airline.


