Lufthansa Technik steigt ins Militärgeschäft ein
Erweiterte Wartung und internationale Expansion im Fokus des neuen Geschäftsfeldes

Lufthansa Technik, bisher bekannt für die Wartung ziviler Flugzeuge, erweitert sein Geschäftsmodell und plant den Einstieg in die militärische Luftfahrt. Das Unternehmen aus Hamburg strebt an, künftig auch Kampfjets und Transporthubschrauber zu warten und zu reparieren. Sören Stark, CEO von Lufthansa Technik, betonte, dass dies ein neuer Bereich für das Unternehmen sei, aber die Expertise in der schnellen Adaption neuer Flugzeugtechnologien liege in ihrer DNA. Besonders im Fokus steht das 100-Milliarden-Euro-Programm der Bundeswehr, in dessen Rahmen LHT sich um die Wartung der bestellten US-Bomber F-35 und der Boeing Chinook-Transporthubschrauber bewirbt.
Neben Wartungs- und Reparaturarbeiten plant Lufthansa Technik auch Modifikationen an Flugzeugen, wie beispielsweise die Umrüstung ziviler Boeing 737 zu militärischen E-7-Radarflugzeugen für die NATO. Michael Santo von der Luftfahrtberatung H&Z sieht für das Unternehmen gute Chancen in diesem neuen Geschäftsfeld, insbesondere durch seine Erfahrung mit verschiedenen Herstellern und der Fähigkeit, stabile Ersatzteil- und Serviceversorgungen aufzubauen.
Lufthansa Technik will mittelfristig auch international expandieren und seine Dienste befreundeten Verbündeten anbieten. Stark betonte, dass die Entscheidung für den Einstieg ins Verteidigungsgeschäft bereits 2019 getroffen wurde und nicht durch aktuelle geopolitische Krisen motiviert sei. Das Unternehmen betreut weltweit fast 5000 zivile Flugzeuge und sieht sich daher gut gerüstet, auch die Luftwaffe und ihre Partner zu unterstützen.
Lufthansa Technik hat bereits vier militärische Zulassungen im Service-Bereich und arbeitet nach klar definierten Regeln, sowohl in der zivilen als auch in der militärischen Luftfahrt. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit einen Teilverkauf geprüft, um weiteres Wachstum zu finanzieren, entschied sich jedoch Ende letzten Jahres, selbstständig zu wachsen. Mit dem Programm „Ambition 2030“ soll der Umsatz bis 2030 auf über zehn Milliarden Euro steigen.
Das neue Verteidigungsgeschäft soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Konkrete Finanzziele nennt Stark nicht, da diese stark von politischen und militärischen Entscheidungen abhängen. Eine weitere Motivation hinter den Plänen ist die Stärkung der europäischen und deutschen Rüstungsindustrie, die langfristig eigene Systeme entwickeln und betreuen soll, was Teil der nationalen Souveränität ist.
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Zur AktienanalyseLufthansa Technik ist auch bereits im Ausland aktiv und wartet beispielsweise den Seeaufklärer P-8 für die neuseeländische Flotte. Das Unternehmen sieht gute Chancen, bei US-basierten Programmen als Generalunternehmer zu agieren und möchte auch bei der Modernisierung der NATO-Radarflotte mitwirken. Auf der Luftfahrtschau ILA in Berlin wird Lufthansa Technik Defense unter anderem die Dual-Use-Drohne Hermes Starliner vorstellen, die auch im zivilen Luftraum zur Aufklärung eingesetzt werden kann.


