Lukoil will internationale Vermögenswerte veräußern
Russischer Ölkonzern reagiert auf verschärfte Sanktionen aus den USA und Großbritannien

Russlands zweitgrößter Ölproduzent Lukoil hat angekündigt, seine internationalen Vermögenswerte zu verkaufen. Das Unternehmen reagiert damit auf die jüngsten Sanktionen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Die Maßnahmen stellen den bislang bedeutendsten Schritt eines russischen Unternehmens im Umgang mit westlichen Sanktionen dar.
Lukoil teilte mit, dass der Verkauf unter einer sogenannten OFAC-Wind-Down-Lizenz durchgeführt werde. Sollte es erforderlich sein, wolle das Unternehmen eine Verlängerung dieser Lizenz beantragen, um den fortlaufenden Betrieb seiner internationalen Aktivitäten zu gewährleisten. Der Konzern habe bereits mit der Prüfung von Angeboten potenzieller Käufer begonnen.
Am 22. Oktober hatte US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Lukoil und Rosneft verhängt. Eine Woche zuvor hatte auch Großbritannien beide Unternehmen ins Visier genommen. Neben den Energiekonzernen wurden 44 sogenannte „Schattenflottentanker“ mit undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen sanktioniert. Diese Maßnahmen sollen den Druck auf den russischen Energiesektor erhöhen und die Einnahmen des Kremls weiter einschränken.
Lukoil mit Sitz in Moskau ist für etwa zwei Prozent der weltweiten Ölförderung verantwortlich. Der Name des Unternehmens leitet sich von drei Städten in Westsibirien ab: Langepas, Urai und Kogalym. Das Unternehmen betreibt zahlreiche internationale Projekte, ohne jedoch im Detail zu nennen, welche davon nun zum Verkauf stehen.
Zu den größten ausländischen Beteiligungen zählt das Ölfeld West Qurna 2 im Irak, eines der größten weltweit. Lukoil hält dort einen Anteil von 75 Prozent. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax erreichte die Fördermenge im April rund 480.000 Barrel pro Tag. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen die Raffinerie Lukoil Neftohim Burgas in Bulgarien, die größte ihrer Art auf dem Balkan, sowie die Petrotel-Raffinerie in Rumänien.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseLukoil liefert außerdem Rohöl an Ungarn, die Slowakei und an die STAR-Raffinerie in der Türkei, die dem aserbaidschanischen Energiekonzern SOCAR gehört und stark von russischem Erdöl abhängt. Weitere Beteiligungen bestehen an Ölhäfen und Tankstellennetzen in Europa sowie an Förder- und Raffinerieprojekten in Zentralasien, Afrika und Lateinamerika.


