Lululemon senkt Jahresprognose – Aktie bricht um 11 Prozent ein
Schwache US-Umsätze, höhere Zollkosten und ein massiver Gewinneinbruch setzen den Athleisure-Konzern unter Druck.

Der kanadische Sportmodehändler Lululemon hat seine Jahresprognose deutlich gesenkt und damit einen starken Kursrückgang ausgelöst. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 11%, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Rückgang der Bruttomarge um rund 410 Basispunkte ankündigte. Als Ursachen nannte das Unternehmen höhere Zollkosten sowie gestiegene Investitionsaufwendungen.
Das in Vancouver ansässige Unternehmen, bekannt für seine hochpreisigen Leggings und Athleisure-Bekleidung, leidet wie seine Konkurrenten unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei margenstarken Artikeln. Der anhaltende Inflationsdruck belastet die Konsumbereitschaft – besonders im wichtigen US-Heimatmarkt. Der Umsatz in den USA sank im ersten Quartal auf währungsbereinigter Basis um 4%, nach einem Anstieg von 2% im Vorjahr.
Wettbewerb und Führungswechsel belasten das Unternehmen
Die branchenweiten Belastungen treffen Lululemon in einer besonders schwierigen Phase. Das Unternehmen steht vor einem Führungswechsel, sieht sich wachsendem Wettbewerb durch Newcomer wie Alo Yoga und Vuori ausgesetzt und kämpft mit einer schwindenden Markenattraktivität in Nordamerika. Designfehler und mangelnde Innovation haben das Image des Unternehmens zuletzt beschädigt.
Meghan Frank, interimistische Co-CEO und Finanzvorstand, räumte in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass die langsamer als erwartet verlaufenden Umsatztrends „zusätzliche saisonale Räumungsverkäufe erforderlich machen" werden. Gleichzeitig betonte sie, dass sich das Unternehmen darauf konzentriere, den Absatz zu regulären Preisen zu steigern. Die Produkteinführungen im ersten Quartal hätten jedoch nicht die erhoffte Wirkung gezeigt – die Yoga-Kampagne etwa „hatte nicht den erwarteten Halo-Effekt auf andere Bereiche unseres Sortiments", so Frank.
Frank verwies zudem auf „negative Kommentare" über das Unternehmen als zusätzlichen Belastungsfaktor. Um schneller auf Markttrends reagieren zu können, haben die Interims-CEOs die Zeitpläne für die Produktentwicklung von 18 bis 24 Monaten auf 15 bis 16 Monate verkürzt. Ob diese Maßnahme ausreicht, bleibt abzuwarten.
Analysten zweifeln an der Erholung in Nordamerika
Simeon Siegel, Analyst bei Guggenheim Securities, äußerte sich skeptisch: „Das Unternehmen verfügt über eine starke, aber überstrapazierte Marke, und wir befürchten anhaltende Umsatzrückgänge in Nordamerika, da das Geschäft sein Angebot und seine Markengeschichte neu aufwerten muss." Die Anleger fragen sich unterdessen, ob die künftige CEO Heidi O'Neill, die ihr Amt im September übernehmen soll, den Absatz wieder ankurbeln kann.
Im Mai hatte Lululemon einen monatelangen Übernahmekampf mit Gründer Chip Wilson beendet – doch die operativen Herausforderungen bleiben bestehen. Die Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um rund 40% eingebrochen, was die Dimension der Krise verdeutlicht.
Einen Lichtblick bietet das China-Geschäft: Der Quartalsumsatz auf dem chinesischen Markt stieg währungsbereinigt um 23% – ein deutlicher Kontrast zur Schwäche in Nordamerika.
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Zur AktienanalysePrognosen weit unter Analystenerwartungen
Die neuen Zahlen verfehlen die Markterwartungen deutlich. Für das zweite Quartal prognostiziert Lululemon einen Gewinn je Aktie zwischen 1,76 und 1,81 US-Dollar – die durchschnittliche Analystenschätzung lag laut LSEG-Daten bei 2,68 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern nun einen stagnierenden bis um 1% rückläufigen Umsatz, nachdem zuvor noch ein Wachstum von 2% bis 4% in Aussicht gestellt worden war.
Beim Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit 10,95 bis 11,15 US-Dollar – gegenüber der früheren Prognose von 12,10 bis 12,30 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 10% gegenüber den ursprünglichen Erwartungen und unterstreicht den erheblichen Druck, unter dem der Athleisure-Pionier derzeit steht.


