LVMH-Aktionäre fordern Klarheit über Arnault-Nachfolge
Investoren des Luxuskonzerns LVMH dringen auf Transparenz bei der Nachfolgeregelung von CEO Bernard Arnault. Die fehlende Klarheit über die Zukunft des 350-Milliarden-Dollar-Imperiums wird zunehmend als Risikofaktor gesehen.

Großaktionäre des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH fordern zunehmend Klarheit über die Nachfolgeregelung von Bernard Arnault. Der 76-jährige Gründer und CEO kontrolliert seit fast vier Jahrzehnten das Unternehmen mit über 70 Marken wie Dior, Louis Vuitton und Tiffany. Trotz seines fortgeschrittenen Alters hat Arnault bislang keinen Nachfolger benannt und die Altersgrenze für seine Doppelrolle als CEO und Verwaltungsratsvorsitzender im vergangenen April zum zweiten Mal auf 85 Jahre angehoben.
Institutionelle Investoren äußern Bedenken
"Die Nachfolgeplanung erscheint derzeit unklar und undurchsichtig", kritisiert Stefan Bauknecht, Aktienportfoliomanager bei der DWS der Deutschen Bank, dem zwölftgrößten LVMH-Aktionär. "Wir fordern mehr Transparenz und einen Plan, wie sich die Dinge entwickeln werden." Die DWS ist mit ihrer Kritik nicht allein.
Ariane Hayate, European Fund Manager bei Edmond de Rothschild in Paris, bringt es auf den Punkt: "Vor zehn Jahren war die Nachfolge kein drängendes Problem. Heute ist sie zu einem Risikofaktor geworden und führt zu einem Governance-Abschlag auf das Unternehmen." Die fehlende Transparenz könnte sich damit zunehmend negativ auf die Bewertung des Luxusgiganten auswirken.
Fünf Kinder in Führungspositionen
Arnault hat alle fünf seiner Kinder in die Führung seines Luxusimperiums eingebunden. Dennoch bleibt unklar, wer letztendlich die Nachfolge des reichsten Mannes Frankreichs antreten wird. LVMH selbst hält sich bedeckt und erklärte lediglich, dass Nachfolgepläne für Führungskräfte existierten, diese aber nicht öffentlich seien.
Keine konkreten Pläne in Sicht
Paul Moroz von Mawer Investment Management vermutet, dass die jüngste Altersverlängerung Arnault Zeit verschaffen soll: "Sie können wahrscheinlich keine Klarheit schaffen, weil er selbst keine Klarheit hat. Man weiß es erst, wenn es vollzogen ist, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert, ist gering."
Arnault selbst scheint das Thema nicht als dringlich zu betrachten. "Sprechen Sie mich in 10 Jahren noch einmal an, dann kann ich Ihnen eine präzisere Antwort geben", sagte er im Dezember gegenüber CNBC. "Wie in jeder Familie gibt es irgendwann eine Nachfolge, aber ich hoffe, dass ich diese 10 Jahre schaffe."
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Zur AktienanalyseFehlender Notfallplan beunruhigt Investoren
Eine Reuters-Befragung von sieben institutionellen Investoren ergab, dass keiner von ihnen Kenntnis über konkrete Nachfolgepläne hat. Besonders beunruhigend: Es scheint keinen Notfallplan zu geben, der im Falle eines plötzlichen Ausfalls Arnaults greifen würde. Eine Gruppe von Verwaltern, die schnell aktiv werden und das Vermächtnis sichern könnte, fehlt offenbar.
LVMH wird am Dienstag seine Jahresergebnisse vorlegen. Für Investoren bleibt die Nachfolgefrage ein zentrales Thema, das zunehmend Einfluss auf die Bewertung des 350-Milliarden-Dollar-Konzerns nimmt.


