Mais-Futures unter Druck: Gewinnmitnahmen nach starker Rally
Nach deutlichen Kursgewinnen vom Vortag geben US-Mais-Futures nach – günstige Regenprognosen für den Mittleren Westen belasten zusätzlich.

Die US-Mais-Futures haben am Donnerstag nachgegeben. Händler nutzten die Gelegenheit zur Gewinnmitnahme nach den kräftigen Kursgewinnen der vorangegangenen Sitzung. Zusätzlichen Druck übten Wettervorhersagen aus, die für die kommende Woche vorteilhafte Regenfälle im Kernanbaugebiet des Mittleren Westens ankündigen.
An der Chicago Board of Trade (CBOT) fiel der Dezember-Mais-Kontrakt bis 12:45 Uhr CDT um 8-3/4 Cents auf 4,72 US-Dollar pro Scheffel. Die Bewegung folgt auf volatile Preisschwankungen vom Mittwoch, die durch einen monatlichen Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) ausgelöst worden waren.
USDA-Bericht sorgte für Überraschung
Der USDA-Bericht hatte am Vortag für erhebliche Marktbewegungen gesorgt: Das Ministerium hob die Schätzungen für die US-Mais- und Sojabohnenanbauflächen für 2026 an, senkte gleichzeitig jedoch die Prognosen für die Durchschnittserträge. Diese Kombination trieb die Preise zunächst kräftig nach oben.
„Nachdem der Bericht uns gestern kräftig nach oben getrieben hat, sehen wir nun einen leichten Rücksetzer. Ich würde die Zahlen zu Erträgen und Anbauflächen als Schock bezeichnen", kommentierte Don Roose, Präsident von U.S. Commodities, die Marktlage. Die Getreidemärkte befinden sich damit in einer typischen Konsolidierungsphase nach starken Impulsen.
Während Mais unter Druck stand, entwickelten sich die anderen Getreidemärkte unterschiedlich. November-Sojabohnen legten leicht um 1/2 Cent auf 11,83-3/4 US-Dollar pro Scheffel zu. CBOT-September-Weizen gewann ebenfalls 1/2 Cent und notierte bei 6,53-1/4 US-Dollar pro Scheffel – allerdings nach einem uneinheitlichen Handelsverlauf, nachdem anfängliche Gewinne aus Sorge vor anhaltenden Exportunterbrechungen im Schwarzmeerraum wieder abgegeben wurden.
Sojabohnen profitieren von chinesischer Nachfrage
Der Sojabohnenmarkt erhielt Unterstützung durch eine starke Exportnachfrage. Robuste Verkaufszahlen der vergangenen Woche sowie anhaltende Käufe der neuen Ernte durch den Hauptimporteur China stützten die Preise. Dennoch blieben die November-Sojabohnen unter den Höchstständen vom Mittwoch.
Das große weltweite Angebot an Mais und Sojabohnen begrenzte die Kursgewinne in beiden Märkten. Die Hauptexportländer Brasilien und Argentinien hatten zuletzt aktualisierte Produktionsdaten vorgelegt, die das reichliche globale Angebot unterstreichen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBlick auf die kommende Woche
Im Fokus der Marktteilnehmer steht nun eine große Feldbegehung in der nächsten Woche. Diese soll weitere Hinweise auf die Ertragsaussichten für US-Mais und -Sojabohnen liefern und dürfte richtungsweisend für die weitere Preisentwicklung sein.
Regenprognosen für die laufende Woche haben bereits einige Sorgen bezüglich der Erträge gemildert. Für deutsche Anleger und Rohstoffhändler bleibt der US-Getreidemarkt ein wichtiger Indikator für globale Agrarpreistrends, da die USA zu den weltgrößten Exporteuren von Mais und Sojabohnen zählen.


