Malaysia droht Exportverbot für Palmöl in die EU
Streit um geplante EU-Regeln für nachhaltige Palmölproduktion eskaliert

Die EU plant, die Einfuhr von Palmöl aus Malaysia massiv zu beschränken und wird dabei von Deutschland unterstützt. Rohstoffe und Produkte wie Palmöl sollen nur noch importiert werden dürfen, wenn sie ohne Entwaldung produziert wurden. Das würde besonders wichtige Lieferanten Indonesien und Malaysia benachteiligen. Palmöl ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Malaysia, von dem das Einkommen von 440.000 Kleinbauern abhängt. Die Regierung in Kuala Lumpur droht deshalb mit Exportverboten. Die Europäer wollen mit der Verordnung ihren Verpflichtungen im Pariser Klimaschutzabkommen und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen nachkommen und den Wald schützen.
Kritiker werfen der EU jedoch vor, ihre Wälder selbst jahrhundertelang für Monokulturen abgeholzt zu haben und somit heuchlerisch zu handeln. Ein Forstwissenschaftler und Umweltaktivist begrüßt die EU-Verordnung im Prinzip, empfiehlt jedoch, auch europäische Gewächse zu regulieren, um sich nicht angreifbar zu machen. Er schlägt zudem ein Programm vor, in dem Länder, die ihre Wälder besonders schützen, Vorteile zugesichert bekommen.
Die Palmöl-Farmerin Herzuza Dongking hofft auf eine gute Lösung. Der europäische Markt ist sehr wichtig, aber seit 2015 sind die Exporte in die EU um 40 Prozent gefallen. Die nach China dagegen steigen. Es wird erwartet, dass Indonesien und Malaysia bei den Gesprächen mit der EU keine Zurückhaltung zeigen werden. Ahmad Kadir vom malaysischen Palm Oil Board vermutet, dass die Europäer nur ihre eigenen Pflanzenöle protegieren wollen und die Verordnung heuchlerisch sei.
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Zur AktienanalyseOb fair oder nicht, die EU plant, die Regenwälder zu schützen und die Palmölproduktion aus Plantagen zu regulieren, für die nach 2020 kein Wald mehr gerodet wurde. Europa könnte davon profitieren, ein Programm aufzulegen, in dem Länder, die ihre Wälder besonders schützen, Vorteile zugesichert bekommen. Dabei könnten zusätzliche Hilfsgelder, ein gesicherter Zugang zum europäischen Markt oder eine Art "Premium-Preis" eine Rolle spielen. Es bleibt abzuwarten, wie die Verhandlungen mit Indonesien und Malaysia ausgehen werden.


