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Malis Goldeinnahmen steigen 2025 trotz massivem Produktionsrückgang

Rekordgoldpreise bescheren Mali 888,5 Milliarden CFA-Franc – ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Malis Goldeinnahmen steigen 2025 trotz massivem Produktionsrückgang

BAMAKO – Malis Goldbergbausektor hat dem westafrikanischen Staat im Jahr 2025 Rekordeinnahmen beschert. Trotz eines drastischen Rückgangs der Fördermenge zahlten die in Mali tätigen Bergbauunternehmen insgesamt 888,5 Milliarden CFA-Franc an den Staat – umgerechnet rund 1,57 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber den 835,1 Milliarden CFA-Franc des Vorjahres, wie Daten des malischen Bergbauministeriums zeigen, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

Der Anstieg ist bemerkenswert, da die industrielle Goldproduktion des Landes im selben Zeitraum massiv einbrach. Laut Ministeriumsdaten sank die Fördermenge um 23 Prozent auf 42,2 Tonnen – nach noch 54,8 Tonnen im Jahr 2024. Dass die Staatseinnahmen dennoch zulegten, ist vor allem den historisch hohen Goldpreisen im Jahr 2025 zu verdanken, die die Produktionsverluste mehr als ausglichen.

Ein hochrangiger Beamter des Bergbauministeriums, der anonym bleiben wollte, da er nicht zur Kommunikation mit der Presse befugt war, bestätigte diesen Zusammenhang gegenüber Reuters: Die Rekordgoldpreise im Jahr 2025 hätten die Verluste durch die geringere Produktion kompensiert. Eine offizielle Stellungnahme des Ministeriums zu den Hintergründen des Einnahmezuwachses blieb aus.

Barrick-Streit belastet Produktion erheblich

Ein wesentlicher Grund für den Produktionseinbruch war die mehr als sechsmonatige Betriebsunterbrechung von Barrick Mining – einem der größten Goldproduzenten weltweit – infolge eines Rechtsstreits mit der malischen Regierung. Diese Auseinandersetzung legte einen bedeutenden Teil der Förderkapazitäten des Landes lahm und schlug sich direkt in den Produktionszahlen nieder.

Mali beheimatet mehr als 15 industrielle Bergbauunternehmen im Besitz multinationaler Konzerne. Zu den bekanntesten Akteuren zählen neben Barrick Mining auch B2Gold, Resolute Mining, Endeavour Mining und Hummingbird Resources. Der Sektor ist damit ein zentraler Pfeiler der malischen Volkswirtschaft und ein wichtiger Devisenbringer für das Land.

Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Dividenden

Die Zusammensetzung der staatlichen Einnahmen aus dem Bergbausektor zeigt eine klare Struktur: Den Ministeriumsdaten zufolge entfielen im Jahr 2025 rund 66,1 Prozent der Gesamteinnahmen auf Steuern. Zollgebühren machten 10,5 Prozent aus. Die verbleibenden 23,3 Prozent stammten aus sogenannten „Domaines" – staatlichen Einnahmen, die hauptsächlich aus Dividenden bestehen, die an die Regierung als Anteilseigner der Bergbauunternehmen gezahlt wurden.

Für internationale Investoren und Bergbaukonzerne verdeutlicht die Entwicklung in Mali ein bekanntes Spannungsfeld: Einerseits profitiert der Staat von hohen Rohstoffpreisen und seiner Beteiligung an den Unternehmen. Andererseits können politische Konflikte – wie der Streit mit Barrick – die Produktionskapazitäten empfindlich treffen. Dass die Einnahmen trotz des Produktionsrückgangs gestiegen sind, dürfte die Verhandlungsposition der malischen Regierung gegenüber den Bergbaukonzernen langfristig stärken.

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