Malis Goldproduktion bleibt bis 2029 unter 60 Tonnen
Ein Ministeriumsplan zeigt: Bergbaureformen und Investorenstreitigkeiten bremsen Malis Goldförderung dauerhaft aus.

Die industrielle Goldproduktion Malis wird laut einem Plan des Bergbauministeriums bis zum Jahr 2029 jährlich unter 60 Tonnen bleiben. Das Dokument liegt der Nachrichtenagentur Reuters vor. Damit setzt sich ein Rückgang fort, der auf ein überarbeitetes Bergbaugesetz und Streitigkeiten zwischen dem Staat und Bergbauunternehmen zurückzuführen ist.
Mali zählt zu den bedeutendsten Goldproduzenten Afrikas. Mit einem Bergbaugesetz aus dem Jahr 2023 hat das westafrikanische Land die staatliche Kontrolle über den Sektor deutlich verschärft, um die Staatseinnahmen zu steigern. Eine staatliche Prüfung ergab Nachzahlungsforderungen in Höhe von 761 Milliarden CFA-Francs – umgerechnet rund 1,2 Milliarden US-Dollar – aufgrund angeblicher Rückstände von Bergbauunternehmen, wie Regierungsvertreter im Dezember mitteilten.
Produktionsprognosen bis 2029
Der Ministeriumsplan für den Zeitraum 2026 bis 2029 zeichnet ein klares Bild der erwarteten Entwicklung. Die prognostizierten Jahreswerte für die industrielle Goldproduktion im Überblick:
- 2026: 43,2 Tonnen
- 2027: 51,2 Tonnen
- 2028: 57,0 Tonnen (Höchststand)
- 2029: 50,0 Tonnen
Die Daten enthielten laut Reuters keine Erklärung für die Grundlage dieses Trends. Das Bergbauministerium reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Die Produktion wird voraussichtlich von vier großen Minen getragen: der Fekola-Mine des kanadischen Unternehmens B2Gold, dem Loulo-Gounkoto-Komplex von Barrick, dem Syama-Betrieb von Resolute sowie der Sadiola-Mine von Allied. Diese vier Betriebe sollen zusammen den Großteil der prognostizierten Produktion bis 2029 ausmachen. Die handwerkliche Goldförderung und die Produktion kleinerer Betriebe wird in diesem Zeitraum stabil bei etwa sechs Tonnen jährlich erwartet.
Streit mit Barrick belastet Sektor
Malis Bergbaureformen lösten einen langwierigen Streit mit dem kanadischen Bergbaukonzern Barrick aus. Dieser gipfelte in der vorübergehenden staatlichen Verwaltung des Loulo-Gounkoto-Komplexes, bevor im vergangenen Jahr eine Einigung erzielt wurde. Die Auseinandersetzung belastete sowohl die Produktion als auch die Stimmung der Investoren erheblich.
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Zur AktienanalyseDie Folgen sind in den Produktionszahlen deutlich ablesbar. Die industrielle Goldproduktion fiel von revidierten 54,8 Tonnen im Jahr 2024 auf 42,2 Tonnen im Jahr 2025 – und lag damit weit unter dem Rekordwert von 66,5 Tonnen aus dem Jahr 2023. Zuwächse durch neue Minen und kleinere Produzenten wurden durch die Auswirkungen der Reformen zunichtegemacht.
Neben der sinkenden Fördermenge prognostiziert der Ministeriumsplan auch einen Rückgang der industriellen Goldreserven. Diese sollen von 906,8 Tonnen im Jahr 2026 auf voraussichtlich 748,6 Tonnen im Jahr 2029 sinken. Für Investoren, die auf eine Erholung des malischen Goldsektors setzen, sind das keine ermutigenden Signale.


