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Marex-Chef warnt: Finanzmärkte unterschätzen El-Niño-Risiken erheblich

Nilesh Jethwa, CEO von Marex Solutions, sieht gefährliche Lücken in der Marktbewertung des Wetterphänomens – mit Folgen für Rohstoffe.

Marex-Chef warnt: Finanzmärkte unterschätzen El-Niño-Risiken erheblich

Investing.com – Die globalen Finanzmärkte bewerten die Risiken eines sehr starken El-Niño-Ereignisses möglicherweise nicht angemessen. Das warnte Nilesh Jethwa, CEO von Marex Solutions, am Donnerstag in einer Mitteilung an Kunden. Seiner Einschätzung nach lenken der Nahostkonflikt und die Bewertungsdiskussionen im Technologiesektor die Aufmerksamkeit des Finanzsektors von einem potenziell bedeutsamen Wetterrisiko ab.

El Niño ist ein periodisch auftretendes Klimaphänomen im Pazifik, das weltweite Wettermuster beeinflusst und in der Vergangenheit erhebliche Auswirkungen auf die Agrar- und Rohstoffmärkte hatte. Besonders starke El-Niño-Ereignisse können Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle in verschiedenen Regionen der Welt auslösen – mit direkten Folgen für Angebot und Preise bestimmter Rohstoffe.

Volatilität könnte deutlich zunehmen

Jethwa betonte, dass die Marktvolatilität erheblich steigen könnte, wenn Wetterstörungen auf ein konzentriertes Angebot, niedrige Lagerbestände oder eine restriktive Handelspolitik treffen. Diese Kombination aus mehreren Risikofaktoren sei besonders gefährlich, da sie sich gegenseitig verstärken kann.

Als konkrete Beispiele für besonders gefährdete Märkte nannte der Marex-Chef Reis und Kakao. Beide Rohstoffe zeichnen sich durch ein geografisch konzentriertes Angebot aus, das bei extremen Wetterereignissen schnell unter Druck geraten kann. Hinzu kommt laut Jethwa das Risiko von Handelsbeschränkungen: Wenn Regierungen Exporte limitieren, um die lokale Versorgung zu sichern, können die Preise für bestimmte Rohstoffe zusätzlich unter Aufwärtsdruck geraten.

81 Prozent Wahrscheinlichkeit für sehr starkes El-Niño-Ereignis

Das U.S. Climate Prediction Center beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass der aktuelle El Niño bis 2027 andauert und ein sehr starkes Ereignis wird, auf 81 Prozent. Diese hohe Wahrscheinlichkeit verleiht der Warnung des Marex-Chefs besonderes Gewicht – denn ein lang anhaltender und intensiver El Niño hätte potenziell weitreichende Folgen für globale Lieferketten und Rohstoffpreise.

Für deutsche Anleger und Investoren ist die Einschätzung von Jethwa relevant, da Rohstoffpreisschwankungen nicht nur Agrarunternehmen und Lebensmittelproduzenten betreffen, sondern auch breitere Auswirkungen auf die Inflation und damit auf die Geldpolitik haben können. Steigende Nahrungsmittelpreise infolge von Ernteausfällen könnten den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen.

Die Kernbotschaft des Marex-CEOs ist klar: Während sich die Marktteilnehmer auf geopolitische Konflikte und Technologiebewertungen konzentrieren, könnte ein unterschätztes Naturphänomen für unerwartete Turbulenzen an den Rohstoffmärkten sorgen. Anleger sollten El-Niño-Risiken daher stärker in ihre Portfolioüberlegungen einbeziehen.

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