Märkte erholen sich nach Trump-Kehrtwende bei Grönland
Die globalen Aktienmärkte zeigten sich am Donnerstag erleichtert, nachdem US-Präsident Trump seine Zolldrohungen gegen Grönland zurückzog. Besonders europäische Indizes und Chipwerte profitierten von der Entspannung.

Die Weltaktienmärkte erholten sich am Donnerstag deutlich, nachdem US-Präsident Donald Trump am Vorabend eine überraschende Kehrtwende bei seinen Zolldrohungen gegen Grönland vollzogen hatte. Der pan-europäische STOXX-Index legte im frühen Handel um über 1 Prozent zu, während der S&P 500 bereits am Mittwoch mit einem Plus von 1,16 Prozent den stärksten Anstieg seit zwei Monaten verzeichnete.
Volatilität lässt nach, Gold gibt ab
Der VIX-Index, das sogenannte Angstbarometer der Märkte, fiel nach seinem am Dienstag erreichten Jahreshoch wieder in Richtung Normalbereich. Gold gab von seinem Allzeithoch bei 4.887,82 US-Dollar pro Unze nach, notiert aber mit über 4.800 US-Dollar weiterhin auf erhöhtem Niveau. Investoren schichteten ihre Portfolios zugunsten risikoreicherer Anlagen um.
Die Details des zwischen Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte ausgehandelten Abkommens bleiben spärlich. Rutte präzisierte am Donnerstag, dass sich die Vereinbarung auf die Abwehr russischen und chinesischen Einflusses in der Arktis konzentriere. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen betonte die Bedeutung der dänischen Souveränität und grönländischen Selbstbestimmung.
Fed-Unabhängigkeit gestärkt
Positive Signale kamen vom Obersten Gerichtshof der USA, der Trumps Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, kritisch gegenübersteht. Der konservative Richter Brett Kavanaugh warnte, eine niedrige Hürde für präsidiale Entlassungen würde "die Unabhängigkeit der Federal Reserve schwächen, wenn nicht sogar zerstören". Die US-Staatsanleiherenditen gaben daraufhin nach.
Die Fed wird bei ihrer Januar-Sitzung voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen. Investoren erwarten am Donnerstag wichtige Hinweise durch die Veröffentlichung des PCE-Inflationsindex für November, dem bevorzugten Inflationsmaßstab der Notenbank.
Intel-Aktie springt vor Quartalszahlen
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Berichtssaison, allen voran Intel. Die Aktie des Chipherstellers schoss am Mittwoch um 12 Prozent nach oben und erreichte damit eine Zwölfmonatsrendite von beeindruckenden 152 Prozent. Anleger setzen auf die Turnaround-Strategie von CEO Lip-Bu Tan und profitieren vom KI-Boom bei Rechenzentren sowie der staatlichen Beteiligung.
Auch andere Halbleiterwerte verzeichneten kräftige Zuwächse. Südkoreanische Aktien legten am Donnerstag stark zu und machten den Landesindex mit einem Plus von fast 20 Prozent zum besten Jahresgewinner unter den großen Märkten.
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Zur AktienanalyseWichtige Termine im Fokus
Zu den wichtigsten Terminen des Tages zählen die Überarbeitung des US-BIP für das dritte Quartal, die wöchentlichen Arbeitslosenanträge sowie der PCE-Preisindex. Bei den Unternehmensberichten stehen neben Intel auch Abbott Laboratories, Freeport-McMoRan, General Electric und Procter & Gamble auf dem Programm.
In Brüssel beruft EU-Ratspräsident Antonio Costa einen Sondergipfel ein, während Trump in den USA an der Ankündigung der Charta des "Board of Peace" teilnimmt.


