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Märkte reagieren verhalten auf Trumps erneute Iran-Fristverschiebung

Trump verschiebt Angriffe auf iranische Kraftwerke um weitere zehn Tage – die Marktreaktion fällt enttäuschend schwach aus.

Märkte reagieren verhalten auf Trumps erneute Iran-Fristverschiebung

Die globalen Finanzmärkte zeigten sich am Freitag nur mäßig erholt, nachdem US-Präsident Donald Trump seine geplanten Angriffe auf iranische Kraftwerke erneut verschoben hat – diesmal um weitere zehn Tage. Der Nasdaq war zuvor offiziell in Korrekturterritorium abgerutscht. Die erhoffte Entlastungsrallye blieb jedoch aus.

Brent-Rohöl-Futures gaben um weniger als 1 Prozent auf 107,24 Dollar je Barrel nach und machten damit den Anstieg von fast 6 Prozent aus der Vornacht kaum rückgängig. Wall-Street-Futures erholten sich lediglich um 0,4 Prozent – ein schwacher Wert im Vergleich zur Rallye am Dienstag, als Trump seine ursprüngliche 48-Stunden-Frist erstmals auf fünf Tage verlängert hatte. Europas EUROSTOXX-50-Futures stiegen um 0,5 Prozent, während US-Staatsanleihen und der Dollar weitgehend unverändert blieben.

Viele Marktteilnehmer sehen in der zweimaligen Fristverlängerung lediglich ein Hinausschieben des Problems. Der vier Wochen alte Krieg zeigt keine Anzeichen einer baldigen Beendigung. Berichte über die mögliche Entsendung weiterer 10.000 US-Soldaten in den Nahen Osten schüren zusätzlich die Angst vor einem unmittelbar bevorstehenden Bodenkonflikt.

Asiatische Märkte unter Druck

Der breite MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans verzeichnet auf Wochensicht ein Minus von 2,4 Prozent und liegt damit mehr als 11 Prozent unter seinem Höchststand von Ende Februar. Japans Nikkei notiert ebenfalls rund 10 Prozent unter seinem Februar-Hoch. Der südkoreanische KOSPI gab um 1,5 Prozent nach, was den Wochenverlust auf deutliche 7 Prozent summiert.

Besonders beunruhigend für Anleger ist das reale Risiko eines sogenannten Mission Creep – einer schleichenden Ausweitung des militärischen Engagements, die die USA in einen umfassenden Krieg hineinziehen könnte. Zusätzlich besteht Unsicherheit, ob die strategisch wichtige Straße von Hormus in absehbarer Zeit wieder ungehindert befahren werden kann.

Notenbanken warnen vor Stagflation

Parallel zum Nahost-Konflikt sorgen die Zentralbanken für zusätzliche Nervosität an den Märkten. Die norwegische Norges Bank vollzog am Donnerstag eine spektakuläre Kehrtwende: Statt der zuvor prognostizierten drei Zinssenkungen bis 2028 stellt sie nun Zinserhöhungen für dieses Jahr in Aussicht. Der Hintergrund ist eine drohende Stagflation im Stil der 1970er Jahre.

Auch bei der US-Notenbank Fed mehren sich die hawkishen Töne. Fed-Gouverneur Michael Barr und Vize-Chef Philip Jefferson äußerten sich besorgt über die hartnäckig hohe Inflation. Eine Zinserhöhung im September ist mittlerweile zu rund 50 Prozent eingepreist – noch vor wenigen Wochen hatten Fed-Vertreter eine Zinssenkung für 2025 in Aussicht gestellt. Im Tagesverlauf werden sich die Fed-Vertreter Thomas Barkin, Anna Paulson und Mary Daly zu Wort melden.

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