ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Märkte unter Druck: Chip-Aktien bremsen globale Börsenrally

US-Aktien schlossen schwächer, während Ölpreise sich erholten und der Blick auf den Freitags-Jobsbericht fällt.

Märkte unter Druck: Chip-Aktien bremsen globale Börsenrally

Die globalen Aktienmärkte markierten am Donnerstag zunächst neue Höchststände, konnten diese jedoch nicht halten. Chip-Aktien gaben einen Teil ihrer rasanten Gewinne wieder ab und zogen die wichtigsten US-Indizes ins Minus. Der Nasdaq verlor 0,1 Prozent, der S&P 500 schloss 0,4 Prozent tiefer, und der Dow Jones büßte 0,6 Prozent ein.

Besonders deutlich war der Rückgang in Europa: Der europäische Markt verlor rund 1 Prozent, der britische Markt sogar 1,6 Prozent. Brasilien verzeichnete mit minus 2,4 Prozent die stärksten Verluste unter den großen Märkten. Asiatische Börsen hingegen legten kräftig zu – viele Märkte befanden sich nach den Feiertagen auf Aufholjagd, und Schwellenländer-Aktien erreichten neue Höchststände.

Ölpreis erholt sich – Iran-Friedensdeal in der Schwebe

Am Rohstoffmarkt stand der Ölpreis im Fokus. Brent-Rohöl konnte frühere Verluste wettmachen und schloss wieder über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Auslöser der Erholung waren Zweifel an einem möglichen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Silber legte unterdessen um 3 Prozent zu.

Im Devisenbereich legte der US-Dollar leicht zu, während der japanische Yen erneut in Richtung 157,00 je Dollar rutschte. Bemerkenswert: Die norwegische Krone notierte nahe einem Dreijahreshoch, nachdem die norwegische Zentralbank überraschend die Zinsen anhob. US-Anleiherenditen stiegen über die gesamte Kurve hinweg um 2 bis 4 Basispunkte.

Norwegen erhöht Zinsen früher als erwartet

Die Norges Bank hob am Donnerstag die Zinsen an, um der „zu hohen" Inflation entgegenzuwirken – früher als von den Märkten erwartet. Damit ist sie nach der Reserve Bank of Australia die zweite G10-Zentralbank, die in diesem Jahr die Geldpolitik strafft. Die Zinsterminmärkte deuten darauf hin, dass die EZB und die Bank of Japan im nächsten Monat nachziehen könnten, die Bank of England und die Reserve Bank of New Zealand im Juli.

Die geldpolitischen Entscheidungsträger scheinen derzeit sensibler auf die inflationären Auswirkungen des Iran-Krieges zu reagieren als auf mögliche Wachstumsrisiken. Viel hängt davon ab, ob ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zustande kommt – aktuell sind die „Falken" im Aufwind.

Chinas Yuan auf Dreijahreshoch – Handelsstreit bleibt heikel

Chinas Yuan steht auf dem höchsten Stand seit über drei Jahren und nähert sich der Marke von 6,80 je US-Dollar. Das könnte die Lage vor dem geplanten Besuch von US-Präsident Trump in China etwas entspannen. Allerdings steht Peking wegen seines rasant steigenden Gesamthandelsbilanzüberschusses von 1,2 Billionen US-Dollar in der Kritik. Zudem interveniert China weiterhin massiv, um den Anstieg des Yuan zu bremsen – Kritiker sehen die Währung als nach wie vor um mindestens 20 Prozent unterbewertet an.

Blick auf den US-Arbeitsmarkt vor dem Jobsbericht

Am Freitag werden die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) für April veröffentlicht. Oberflächlich betrachtet zeigt sich der US-Arbeitsmarkt robust: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind so niedrig wie seit den 1960er Jahren nicht mehr, die Einstellungen laut JOLTS-Daten erfolgen so schnell wie seit sechs Jahren nicht mehr, und die Arbeitslosenquote liegt bei historisch niedrigen 4,3 Prozent.

Dennoch warnte der scheidende Fed-Vorsitzende Jerome Powell zuletzt vor einem „ungewöhnlichen und unbehaglichen" Gleichgewicht. Denn während die Zahl der Entlassungen gering ist, gilt das auch für die Neueinstellungen. Die sogenannte Breakeven-Rate des Beschäftigungswachstums, die nötig wäre, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten, könnte sogar negativ sein. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob technologiebedingte Entlassungen durch den Vormarsch der Künstlichen Intelligenz sich bereits in den Zahlen niederschlagen werden.

Was die Märkte morgen bewegen könnte

Neben dem mit Spannung erwarteten US-Jobsbericht stehen folgende Ereignisse im Fokus:

  • Entwicklungen im Nahen Osten
  • Reden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie den Direktoriumsmitgliedern Luis de Guindos und Isabel Schnabel
  • Industrieproduktion Deutschland (März)
  • Rede von Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey über globale Ungleichgewichte
  • US-Konsumklima der Universität Michigan sowie Inflationserwartungen (Mai, vorläufig)
  • Reden mehrerer Fed-Vertreter, darunter Gouverneurin Lisa Cook, Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee, San-Francisco-Fed-Präsidentin Mary Daly, Vize-Chefin Michelle Bowman und Gouverneur Christopher Waller
AktienmärkteNon-Farm PayrollsÖlpreis BrentChip-AktienNorges Bank ZinsenUs-ArbeitsmarktIran Friedensabkommen

Disclaimer