Marktüberblick: SpaceX, Fed-Sitzung und Iran-Friedensabkommen im Fokus
Aktien-Futures tendieren fester, SpaceX setzt Kursrally fort und die Fed beginnt ihre zweitägige Zinssitzung unter neuem Vorsitz.

Die Aktienmärkte starten mit leichten Gewinnen in den Dienstag. Aktien-Futures auf den Dow Jones und den Nasdaq legten zuletzt um je 0,2% zu, während S&P-500-Futures um 0,1% stiegen. Damit versucht der Markt, an die massiven Gewinne vom Montag anzuknüpfen, die durch die Nachricht über ein Friedensabkommen mit dem Iran ausgelöst worden waren.
Am Vortag hatte der Nasdaq um 3% zugelegt, angeführt von starken Gewinnen bei Chip-Aktien. Der S&P 500 stieg um 1,7%, und der Dow Jones kletterte um fast 500 Punkte auf ein neues Rekordhoch. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel auf ein Monatstief von 4,44%, verglichen mit 4,48% zum gestrigen Börsenschluss. Gold-Futures stiegen um 0,4% auf 4.370 US-Dollar pro Unze, während Bitcoin stabil bei 66.500 US-Dollar notierte.
Der Ölpreis setzt seinen Rückgang fort: Die US-Rohölsorte WTI fiel um knapp 3% auf 78,50 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die Hoffnung der Marktteilnehmer, dass die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit – infolge des Friedensabkommens wieder geöffnet wird.
SpaceX setzt beeindruckende Kursrally fort
Die Aktie von SpaceX (SPCX) steht vor dem dritten Handelstag in Folge mit deutlichen Gewinnen. Vor der Eröffnungsglocke am Dienstag legte das Papier um rund 10% zu, nachdem es am Montag bereits um 20% gestiegen war. Das Unternehmen hatte erst am Freitag den nach eigenen Angaben größten Börsengang aller Zeiten vollzogen.
Zusätzlichen Rückenwind erhält die Aktie durch eine milliardenschwere Übernahme: SpaceX gab bekannt, Anysphere – die Muttergesellschaft des KI-Coding-Agenten Cursor – für 60 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. SpaceX hatte bereits im April angekündigt, mit Cursor zusammenzuarbeiten, und sich das Recht gesichert, das Startup im weiteren Jahresverlauf zu erwerben. Das Unternehmen besitzt über sein xAI-Geschäft zudem den Grok-Chatbot.
Mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Billionen US-Dollar zum gestrigen Börsenschluss nähert sich SpaceX dem Niveau von Amazon (AMZN), das bei 2,6 Billionen US-Dollar liegt. Damit könnte SpaceX bald den fünften Platz unter den wertvollsten US-Unternehmen einnehmen.
Fed startet Zinssitzung unter neuem Vorsitzenden
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) beginnt am Dienstag seine zweitägige Sitzung – und das erstmals unter der Leitung des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Warsh hatte den Posten übernommen, nachdem die Amtszeit von Jerome Powell im vergangenen Monat abgelaufen war.
Die Herausforderung für Warsh ist erheblich: Die Inflation hatte im Mai ein Dreijahreshoch erreicht, bedingt durch steigende Treibstoffpreise infolge des Iran-Krieges. Es wird allgemein erwartet, dass die Fed den Leitzins bei dieser Sitzung unverändert lässt. Marktteilnehmer preisen jedoch die Möglichkeit ein, dass die Zentralbank die Zinsen im weiteren Jahresverlauf anheben muss. Die Entscheidung soll am Mittwochnachmittag zusammen mit den vierteljährlichen Wirtschaftsprognosen veröffentlicht werden. Anleger werden besonders gespannt auf Warshs erste Pressekonferenz als Fed-Chef sein.
G7-Gipfel in Frankreich: Fokus auf Nahost-Frieden
US-Präsident Donald Trump nimmt am G7-Gipfel in Frankreich teil, wo die Gespräche auf die nächsten Schritte zur Sicherung des Friedens im Nahen Osten ausgerichtet sind. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte Trump in einem Treffen am Montag, dass europäische Streitkräfte bereitstünden, in der Straße von Hormus Stellung zu beziehen, um die Ölversorgung sicherzustellen.
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Zur AktienanalyseObwohl das von Trump am Wochenende verkündete Friedensabkommen mit dem Iran die Märkte beflügelte, bleibt die Unsicherheit unter Anlegern hoch – Details des Abkommens sind bislang nicht bekannt. Eine formale Unterzeichnungszeremonie ist für Freitag in der Schweiz geplant.
GM und Lockheed Martin: Mögliche Rüstungspartnerschaft
General Motors (GM) und Lockheed Martin (LMT) führen laut einem Bericht des Wall Street Journal Gespräche über ein Abkommen, bei dem der Automobilhersteller Teile für Waffen fertigen würde, die von dem Rüstungskonzern produziert werden. Die Vereinbarung könnte laut dem Journal bereits am Dienstag bekannt gegeben werden.
Hintergrund ist der gestiegene Bedarf an Rüstungsgütern: Waffen sind aufgrund der Kriege im Iran und in der Ukraine knapp geworden. Die Trump-Administration soll Rüstungskonzerne gedrängt haben, die Produktion zu erhöhen, und versucht, weitere Hersteller zur Beteiligung zu bewegen. GM-Chefin Mary Barra hatte sich bereits mit Regierungsvertretern getroffen, da das Unternehmen sein Verteidigungsgeschäft ausbauen möchte. Die GM-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um weniger als 1%, während Lockheed nahezu unverändert notierte.


