Marvell Technology springt nach S&P-500-Aufnahme um 9 Prozent
Der Chiphersteller Marvell ersetzt Pool Corp im Leitindex – ein weiterer Meilenstein nach einem beeindruckenden Kursanstieg.

Die Aktie von Marvell Technology legte am Montag um mehr als 9% zu, nachdem S&P Dow Jones Indices am späten Freitag bekanntgegeben hatte, dass der Chiphersteller Ende Juni in den S&P 500 aufgenommen wird. Marvell ersetzt dabei den Schwimmbadzubehör-Händler Pool Corp im Referenzindex. Die Änderungen treten vor Marktöffnung am 22. Juni in Kraft.
Die Aufnahme in den S&P 500 ist für Marvell ein bedeutender Schritt – und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie bereits eine bemerkenswerte Rally hinter sich hat. Seit dem 27. Mai haben die Papiere rund 59% an Wert gewonnen. Auslöser war eine Prognose des Unternehmens, wonach das Geschäft mit kundenspezifischen Chips im Geschäftsjahr 2029 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar erzielen soll. Zusätzlichen Rückenwind gab Nvidia-CEO Jensen Huang, der Marvell öffentlich als das nächste „Billionen-Dollar-Unternehmen" bezeichnete.
Zum letzten Börsenschluss wies Marvell einen Marktwert von rund 230 Milliarden US-Dollar auf. Der Wert des Unternehmens hat sich damit mehr als verdreifacht und Rekordhöhen erreicht. Trotz eines Rückschlags am Freitag – die Aktie verlor im regulären Handel 16,7% inmitten eines breiteren Ausverkaufs, der den Marktwert des gesamten Chipsektors um 1,3 Billionen US-Dollar schmälerte – bleibt die langfristige Kursentwicklung beeindruckend.
Warum die S&P-500-Aufnahme den Kurs beflügelt
Die Aufnahme in einen der wichtigsten Aktienindizes der Welt hat direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach einer Aktie. Börsengehandelte Fonds (ETFs), die den S&P 500 abbilden, sind verpflichtet, ihre Portfolios entsprechend anzupassen. Das bedeutet: Sie müssen Aktien neu aufgenommener Unternehmen kaufen – was frische passive Kapitalzuflüsse auslöst und den Kurs zusätzlich stützen kann.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Aufnahme war erfüllt: Marvell hat in den drei Monaten bis Dezember sowie in den letzten vier Quartalen einen Gewinn nach GAAP-Standard ausgewiesen. Diese Profitabilitätshürde hatte eine frühere Aufnahme in den Index bislang verhindert.
KI-Boom verändert die Zusammensetzung des S&P 500
Die Aufnahme von Marvell ist symptomatisch für einen größeren Trend: Der KI-Boom gestaltet die wichtigsten US-Aktienindizes grundlegend um. Chiphersteller und Unternehmen für Rechenzentrumsinfrastruktur gewinnen aufgrund des starken Anlegerinteresses eine immer größere Gewichtung in den Benchmarks.
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Zur AktienanalyseMarvell und der größere Rivale Broadcom entwickeln maßgeschneiderte Chips für die Rechenzentren von Cloud-Anbietern. Dieser Markt boomt, da große Technologieunternehmen nach Alternativen zu den teuren und schwer erhältlichen KI-Prozessoren von Nvidia suchen. Kundenspezifische Chips – sogenannte Custom Silicon oder ASICs – gelten als kosteneffizientere Lösung für spezifische KI-Workloads.
Trotz des Einbruchs vom Freitag notieren Chip-Aktien insgesamt weiterhin auf hohem Niveau. Der breiter gefasste Philadelphia Semiconductor Index ist seit Jahresbeginn um mehr als 72% gestiegen – ein Zeichen dafür, wie stark der Sektor vom KI-Investitionszyklus profitiert. Für deutsche Anleger, die in US-Technologiewerte investiert sind oder entsprechende ETFs halten, unterstreicht die Entwicklung bei Marvell die anhaltende Dynamik im Halbleitersektor.


