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Marvell Technology und Flex steigen in den S&P 500 auf

S&P Dow Jones Indices nimmt beide Technologieunternehmen zum 22. Juni in den Leitindex auf – und ersetzt damit zwei Konsumgüterkonzerne.

Marvell Technology und Flex steigen in den S&P 500 auf

Marvell Technology (MRVL) und Flex (FLEX) werden zum Handelsbeginn am Montag, den 22. Juni, in den S&P 500 aufgenommen. Das gab S&P Dow Jones Indices am späten Freitagabend bekannt. Die beiden Technologieunternehmen ersetzen im Zuge einer turnusmäßigen Neugewichtung die konsumorientierten Konzerne Pool (POOL) und Campbell's (CPB), die beide in den S&P SmallCap 600 Index wechseln.

Für Marvell kommt die Nachricht zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Der KI-Chip-Entwickler hatte bereits Anfang der Woche für Aufsehen gesorgt, als Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte, es sei wahrscheinlich, dass Marvell in die Riege der Unternehmen mit einer Marktbewertung von einer Billion US-Dollar aufsteigen werde. Nvidia hält selbst einen Anteil an Marvell, sodass ein Kursanstieg beiden Unternehmen zugutekäme. Diese Aussage ließ die Marvell-Aktie zunächst deutlich steigen, bevor ein breiter Ausverkauf im Technologiesektor die Gewinne wieder zunichtemachte.

Starke Jahresperformance trotz Kursrückgang

Trotz eines Tagesverlustes von fast 17% am Freitag bleibt die Bilanz für Marvell-Aktionäre im laufenden Jahr beeindruckend: Die Aktie hat 2025 mehr als 300% zugelegt. Das Unternehmen beendete die Woche mit einer Marktkapitalisierung von rund 230 Milliarden US-Dollar. Auch Flex kann auf eine außergewöhnliche Jahresperformance verweisen: Der Auftragsfertiger für Elektronik liegt im Jahr 2026 rund 250% im Plus, obwohl die Aktie am Freitag ebenfalls mit einem Minus von fast 5% aus dem Handel ging.

Die Aufnahme in einen bedeutenden Index wie den S&P 500 ist für Unternehmen in der Regel ein starker Kurstreiber. Der Grund: Indexfonds und ETFs, die den S&P 500 abbilden, sind verpflichtet, die neu aufgenommenen Aktien zu kaufen. Da diese passiven Fonds weltweit Billionen von US-Dollar verwalten, entsteht durch die Indexaufnahme eine erhebliche Nachfrage nach den betreffenden Wertpapieren – ein Mechanismus, der als „Index-Effekt" bekannt ist und für Privatanleger besonders relevant ist.

Regeländerungen für den S&P 500 vorerst vom Tisch

Im Umfeld der Aufnahmeentscheidung steht S&P Dow Jones Indices derzeit auch wegen seiner Aufnahmeregeln im Fokus. Die Organisation hatte in dieser Woche bekanntgegeben, dass sie eine Aktualisierung der Kriterien für den S&P 500 erwogen hatte. Eine solche Regeländerung hätte die Aufnahme von SpaceX und anderen für dieses Jahr erwarteten großen Börsengängen beschleunigen können. Letztlich entschied sich S&P Dow Jones Indices jedoch dagegen, die Regeln zu ändern.

Marvell Technology gilt als eines der aufstrebenden Unternehmen im Bereich der KI-Infrastruktur. Mit der Aufnahme in den S&P 500 erhält der Chip-Entwickler nun eine deutlich breitere institutionelle Aufmerksamkeit. Flex wiederum profitiert als Auftragsfertiger von der wachsenden Nachfrage nach Elektronikprodukten und festigt mit dem Indexeintritt seine Position als relevanter Akteur im Technologiesektor. Für deutsche Anleger, die über S&P-500-ETFs investiert sind, bedeutet die Neugewichtung, dass ihre Fonds künftig automatisch an der Entwicklung beider Unternehmen partizipieren.

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