Maschinenbauer schlagen Alarm wegen US-Strafzöllen
Verband warnt vor bürokratischer Belastung und dem Aus für das US-Geschäft

Die jüngste Entscheidung des US-Handelsministeriums zur Ausweitung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sorgt in der deutschen Maschinenbauindustrie für erhebliche Unruhe. Der Branchenverband VDMA warnt in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor gravierenden Folgen für zahlreiche Unternehmen. In dem Brief heißt es, die Kombination aus bestehenden Handelsabkommen und den neu verhängten Sonderzöllen bedrohe die wirtschaftliche Grundlage vieler Maschinen- und Anlagenbauer in Europa.
Der Verband fordert die Europäische Kommission auf, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um eine Befreiung der EU von den Strafzöllen zu erreichen. Dabei gehe es vor allem darum, Maschinen und Ausrüstungen von künftigen sektoralen Maßnahmen auszunehmen. Andernfalls drohe für zahlreiche Firmen der Verlust ihres US-Geschäfts. „Für viele der betroffenen Unternehmen bedeutet das: Ihr US-Geschäft steht vor dem Aus“, erklärte Oliver Richtberg, Abteilungsleiter Außenwirtschaft beim VDMA.
Die US-Behörden hatten vergangene Woche mitgeteilt, dass 407 zusätzliche Produktarten mit einem Zollsatz von 50 Prozent belegt werden. Damit verschärfen sich die Bedingungen für Exporteure deutlich. Der VDMA sieht nicht nur die wirtschaftliche Belastung, sondern auch wachsende Bürokratie als Problem. Unternehmen müssten detaillierte Angaben zur Stahlschmelze, zur Herkunft von Gussteilen und zum Metallgehalt in ihren Produkten liefern. Dieser bürokratische Aufwand belaste die Firmen zusätzlich und führe zu weiteren Unsicherheiten im Handel.
Besonders betroffen sind Unternehmen, die bereits unter der bisherigen Zollpraxis leiden. So falle bei Motorrädern aus der EU künftig ein Zoll von rund 30 Prozent an. Grund dafür ist die Kombination aus einem pauschalen Zoll von 15 Prozent und weiteren 50 Prozent auf die enthaltenen Stahlteile. Damit werde das US-Geschäft in vielen Fällen wirtschaftlich unattraktiv, so die Einschätzung der Branche.
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Zur AktienanalyseDer Verband, dem rund 3600 Unternehmen in Europa angehören, verweist zudem auf die Unsicherheit durch eine fortlaufende Ausweitung der Liste betroffener Produkte. Laut Richtberg verliert das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA dadurch seinen Wert. Die eigentlich geltende 15-Prozent-Regelung werde durch die Sonderzölle faktisch ausgehebelt. Mit jeder Erweiterung wachse das Risiko für die exportorientierte Maschinenbaubranche. „Das ist kein Deal, sondern ein Damoklesschwert für die Maschinenbaubranche“, fasste Richtberg die Sorgen der Unternehmen zusammen.

