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MATCH Act: US-Kongress verschärft Exportverbote für Chip-Fertigungsanlagen

Ein parteiübergreifender Gesetzesentwurf im US-Kongress soll Chinas Zugang zu kritischer Halbleitertechnologie massiv einschränken – mit Folgen für ASML.

MATCH Act: US-Kongress verschärft Exportverbote für Chip-Fertigungsanlagen

Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Gesetzgebern hat den sogenannten „MATCH Act" eingebracht, der die Exportbeschränkungen für Halbleiter-Fertigungsanlagen nach China drastisch ausweiten soll. Das erklärte Ziel: die technologische Führerschaft der USA im Bereich Künstliche Intelligenz zu sichern und chinesischen Unternehmen den Zugang zu kritischen Produktionswerkzeugen zu verwehren. Besonders brisant ist dabei, dass das Gesetz auch Unternehmen aus verbündeten Nationen denselben strengen Regeln unterwerfen würde wie ihre US-amerikanischen Konkurrenten.

Im Unterschied zu früheren Exportbeschränkungen, die unter den Präsidenten Donald Trump und Joe Biden per Exekutivanordnung erlassen wurden, geht diese Initiative direkt vom US-Kongress aus. Das verleiht dem Vorhaben eine andere politische Qualität: Gesetze sind schwerer rückgängig zu machen als Präsidialverfügungen und binden auch künftige Regierungen stärker. Der Fokus liegt auf Technologien, bei denen China in hohem Maße auf Importe angewiesen ist.

Immersions-DUV-Lithografie im Zentrum des Streits

Konkret richtet sich der MATCH Act gegen die sogenannte Immersions-DUV-Lithografie (Deep Ultraviolet), ein Verfahren, das für die Herstellung moderner Chip-Schaltkreise unverzichtbar ist. Diesen Markt dominiert das niederländische Unternehmen ASML, gefolgt vom japanischen Konkurrenten Nikon. Während bestehende, mit den USA abgestimmte Regeln der niederländischen Regierung ASML bereits den Export modernster Anlagen nach China untersagen, erlaubt der aktuelle Status quo noch den Verkauf älterer DUV-Systeme – auch an Standorte südkoreanischer oder taiwanesischer Firmen in China.

Genau diese Lücke soll der MATCH Act schließen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre der Verkauf sowie die Wartung entsprechender Ausrüstung an führende chinesische Chiphersteller verboten. Betroffen wären Unternehmen wie SMIC, Hua Hong, Huawei, CXMT und YMTC – allesamt Schlüsselakteure in Chinas ambitioniertem Programm zur Halbleiter-Eigenversorgung.

Erhebliche Folgen für ASML

Die wirtschaftlichen Konsequenzen für ASML wären beträchtlich. China war im Jahr 2025 der größte Einzelmarkt des niederländischen Technologiekonzerns und steuerte 33 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Bereits im Januar hatte ASML prognostiziert, dass dieser Anteil im laufenden Jahr auf rund 20 Prozent sinken dürfte – ein Rückgang, der auf bereits bestehende Beschränkungen zurückzuführen ist. Ein noch weitergehendes US-Gesetz könnte diesen Anteil weiter drücken.

ASML selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Gesetzesentwurf ab. Auch das niederländische Außenministerium, das für Handels- und Exportpolitik zuständig ist, hielt sich bedeckt: Ein Sprecher erklärte lediglich, es sei nicht Aufgabe des Ministeriums, Gesetzesentwürfe aus anderen Ländern zu kommentieren. Die zurückhaltende Reaktion aus Den Haag unterstreicht die diplomatische Sensibilität des Themas, da die Niederlande zwischen ihren Wirtschaftsinteressen und dem Druck des wichtigsten Verbündeten USA abwägen müssen.

Geopolitischer Kontext: Der Halbleiterstreit als Kernfrage

Der MATCH Act ist Teil eines größeren geopolitischen Konflikts um die Vorherrschaft in der Halbleitertechnologie. Die USA sehen moderne Chips als strategische Schlüsseltechnologie, die militärische und wirtschaftliche Überlegenheit mitbestimmt. Peking wiederum investiert massiv in den Aufbau einer eigenständigen Chipindustrie, um die Abhängigkeit von westlichen Importen zu reduzieren. Für europäische und japanische Ausrüstungshersteller wie ASML oder Nikon bedeutet die zunehmende Regulierung eine wachsende Herausforderung: Sie geraten zwischen die Fronten zweier Wirtschaftsmächte und müssen ihre Geschäftsmodelle entsprechend anpassen.

Ob der MATCH Act tatsächlich verabschiedet wird, bleibt abzuwarten. Die parteiübergreifende Unterstützung gilt jedoch als positives Signal für die Chancen des Entwurfs im US-Kongress. Anleger, die in Halbleiterausrüster investiert sind, sollten die weitere Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens aufmerksam verfolgen.

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