Mechel stoppt Teile der Kohleförderung
Verluste steigen, Schuldenlast wächst und russische Branche droht Insolvenzwelle

Russlands Bergbaukonzern Mechel hat den Betrieb in Teilen seiner Kohleförderung eingestellt und damit auf die anhaltende Krise der Branche reagiert. Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr deutliche Verluste und verwies auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich durch niedrige Preise, internationale Sanktionen und die Aufwertung des Rubels verschärft haben. Diese Faktoren setzen den Exporteuren erheblich zu, da ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten sinkt.
Nach Angaben von Branchenvertretern stehen derzeit rund 30 Unternehmen mit einer Jahresproduktion von insgesamt etwa 30 Millionen Tonnen Kohle vor der Gefahr der Insolvenz. Die Regierung in Moskau hatte bereits im Mai Maßnahmen zur Unterstützung der Industrie beschlossen, darunter die Möglichkeit, Steuerzahlungen aufzuschieben. Dennoch stiegen die kumulierten Nettoverluste der russischen Kohleunternehmen im ersten Halbjahr auf 185,2 Milliarden Rubel, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 7,1 Milliarden Rubel gelegen hatten.
Mechel selbst teilte in seinem Halbjahresbericht mit, man habe sich entschieden, die Produktion von nicht profitablen Kohlearten auszusetzen und die vorhandenen Ressourcen auf Sorten zu verlagern, die in der aktuellen Lage stärker nachgefragt werden. Dazu gehörten die vorübergehende Schließung eines Bergwerks sowie der Stopp bestimmter Abschnitte im Tagebau. Ziel sei es, Produktion und Investitionen stärker zu fokussieren und damit effizienter aufzustellen.
Das Unternehmen verwies auf sinkende Preise für Koks-Konzentrat, steigende Betriebskosten sowie die Folgen der Sanktionen als Hauptursachen für den wachsenden Druck auf die Branche. Im ersten Halbjahr 2025 sank die Kohleförderung von Mechel um 28 Prozent auf 3,66 Millionen Tonnen. Der Absatz von Koks-Kohle-Konzentrat ging um 15 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen zurück, während die Verkäufe von Thermalkohle um 21 Prozent auf 1,37 Millionen Tonnen fielen.
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Zur AktienanalyseZusätzlich zu den Marktrisiken belastet Mechel eine hohe Verschuldung. Der Konzern weist aktuell Nettoschulden in Höhe von 252,7 Milliarden Rubel aus. Im Mai konnte sich das Unternehmen eine dreijährige Stundung für Rückstände bei Steuern, Abgaben und Versicherungsbeiträgen in Höhe von 13,8 Milliarden Rubel sichern. Dennoch verschlechterte sich das Ergebnis deutlich: Der Halbjahresverlust stieg auf 40,5 Milliarden Rubel, nach 16,7 Milliarden Rubel im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Parallel dazu führt Mechel Gespräche mit Gläubigern, um weitere Stundungen bei der Rückzahlung der Kreditschulden zu erreichen.


