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Mehr ausländische Abschlüsse werden anerkannt

Besonders Pflegekräfte und Ärzte profitieren von steigenden Bewilligungen

Mehr ausländische Abschlüsse werden anerkannt

Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bewilligten die Behörden 79.100 Anträge, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Seit Einführung der einheitlichen Erfassung im Jahr 2016 hat sich die Zahl der Anerkennungen damit mehr als verdreifacht. Parallel dazu erreichte auch die Zahl der laufenden Verfahren mit 95.500 einen Rekordwert. Von den insgesamt 82.000 abgeschlossenen Verfahren endeten 97 Prozent erfolgreich mit einer Anerkennung.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in medizinischen Berufen. Pflegefachkräfte stellten mit 32.500 erfolgreichen Verfahren den größten Anteil, was rund 41 Prozent aller Anerkennungen entspricht. Damit verzeichnete diese Berufsgruppe einen Zuwachs von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem zweiten Platz folgten Ärztinnen und Ärzte mit 11.000 anerkannten Abschlüssen. Deutlich geringer fiel die Zahl bei Ingenieuren mit 4.400, Lehrkräften mit 2.800 und Physiotherapeuten mit 2.200 Anerkennungen aus. Insgesamt waren 59 Prozent der bewilligten Verfahren von Frauen, 41 Prozent von Männern.

Die Herkunftsländer der Antragsteller zeigen dabei markante Verschiebungen. Jeder zehnte anerkannte Abschluss stammte aus der Türkei, jeder zwölfte aus der Ukraine. Beide Länder verzeichneten einen überdurchschnittlichen Zuwachs: 9.200 Bewilligungen für die Türkei bedeuteten ein Plus von 40 Prozent, während die Zahl der ukrainischen Anerkennungen mit 6.600 doppelt so hoch lag wie im Vorjahr. Tunesien, Indien und Syrien belegten die nächsten Plätze in der Rangfolge. Rückläufige Zahlen gab es dagegen aus Bosnien und Herzegowina sowie von den Philippinen, die im Jahr 2023 noch weit vorn lagen.

Einen Anteil an den steigenden Zahlen hatte auch das reformierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das seit 2023 ein beschleunigtes Anerkennungsverfahren vorsieht. Auf dieser Grundlage wurden 4.900 ausländische Berufsabschlüsse anerkannt, rund sechs Prozent der Gesamtzahl. Das Gesetz soll die legale Migration fördern und dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken.

Ökonomen sehen in der Entwicklung einen notwendigen Schritt, da Deutschland langfristig auf Zuwanderung angewiesen ist. In den kommenden 15 Jahren wird knapp ein Drittel der Erwerbspersonen in den Ruhestand gehen. Nach Einschätzung von Experten können die jüngeren Generationen die ausscheidenden Jahrgänge der Babyboomer nicht ersetzen. Dies führt zu Druck auf die sozialen Sicherungssysteme, da weniger Beitragszahler für mehr Leistungsempfänger aufkommen müssen.

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