Mercedes-Benz: Gewinn halbiert sich durch US-Zölle und China-Schwäche
Luxusautobauer kämpft mit Milliardenbelastung und sinkender Profitabilität im Kerngeschäft

Mercedes-Benz hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Luxusautohersteller aus Stuttgart sah seinen Gewinn nahezu halbiert – belastet durch US-Zölle in Milliardenhöhe, intensiven Wettbewerb auf dem chinesischen Markt und hohe Kosten für den Personalabbau in Deutschland.
Die bereinigte operative Marge im Kerngeschäft mit Personenkraftwagen fiel auf nur noch 5 Prozent, nach 8,1 Prozent im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von mehr als einem Drittel bei dieser zentralen Kennzahl, die Analysten und Investoren besonders genau beobachten. Allein die US-Zölle schlugen mit rund einer Milliarde Euro zu Buche – umgerechnet 1,2 Milliarden US-Dollar. Ohne diese Belastung hätte die Marge bei 6,1 Prozent gelegen.
Die Aktie des DAX-Konzerns reagierte prompt auf die schwachen Zahlen und gab im frühen Frankfurter Handel deutlich nach. Investoren zeigten sich besorgt über die Entwicklung des traditionsreichen Automobilherstellers, der in den vergangenen Jahren als Premiumanbieter deutlich höhere Margen erzielen konnte.
Düstere Aussichten für 2026
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Mercedes-Benz mit anhaltenden Herausforderungen. Das Unternehmen erwartet, dass die ganzjährigen Zollkosten und ein fortgesetzter Absatzrückgang in China das Wachstum in anderen Regionen zunichtemachen werden. China, einst der wichtigste Wachstumsmarkt für deutsche Premiumhersteller, entwickelt sich zunehmend zum Problemfall.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer intensive Wettbewerb durch lokale chinesische Anbieter wie BYD und NIO sowie die schwächelnde Konjunktur im Reich der Mitte setzen Mercedes unter Druck. Gleichzeitig belasten die Kosten für den Stellenabbau in Deutschland die Bilanz zusätzlich. Der Konzern hatte angekündigt, Tausende Arbeitsplätze abzubauen, um die Kostenstruktur zu verbessern.
Die Kombination aus geopolitischen Handelskonflikten, strukturellen Veränderungen im wichtigsten Auslandsmarkt und notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen im Heimatmarkt stellt Mercedes vor eine der größten Herausforderungen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Ob der Stuttgarter Konzern die Trendwende schaffen kann, bleibt abzuwarten.


