Mercedes spart durch Kooperation mit Trumpf
Digitalisierung und Datenaustausch senken Produktionskosten und verhindern Maschinenausfälle

Die teure Transformation zur Elektromobilität zwingt den Luxusautohersteller Mercedes-Benz zum Sparen. Ein zentraler Ansatzpunkt sind die Instandhaltungskosten in der Produktion. Mercedes kooperiert hier eng mit dem Laserspezialisten Trumpf aus Ditzingen. Diese Partnerschaft verdeutlicht, dass auch in Deutschland wichtige Innovationen, insbesondere bei der Vernetzung der Industrie, möglich sind. „Die Zukunft der Autoproduktion liegt in vorausschauenden, digitalen Prozessen, dynamischer Wartung und maximaler Ausfallabsicherung“, erklärte Mercedes-Produktionsvorstand Jörg Burzer im Werk Sindelfingen.
Im Werk Sindelfingen werden sowohl Elektro- als auch Verbrennermodelle in der hochdigitalisierten Smart Factory 56 produziert. Laut Burzer wäre dies ohne eine vollständige Digitalisierung undenkbar. Mercedes hat weltweit 400 Trumpf-Maschinen im Einsatz, vor allem im Karosseriebau. Diese enge Zusammenarbeit mit Trumpf hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre als äußerst wertvoll erwiesen. Trumpf überwacht die Laser in Echtzeit und führt Ferndiagnosen durch, um Wartungen vorausschauend zu planen und ungeplante Ausfälle zu verhindern.
Besonders bemerkenswert ist, dass Mercedes für die Zusammenarbeit mit Trumpf von seiner bisherigen Datenpolitik abweichen musste. Während der Konzern früher alle Daten für sich behalten wollte, erkennt er nun die Vorteile des Datenaustauschs. „Mit der Bereitstellung der Zustandsdaten dieser Laser durch Mercedes wissen wir genau, wie jeder einzelne unserer Laser bei Mercedes zu jedem Zeitpunkt performt“, erläuterte Hagen Zimer, der zuständige Spartenchef bei Trumpf. Dies ermöglicht es Trumpf, frühzeitig auf potenzielle Probleme hinzuweisen und diese zu beheben, bevor sie zu Ausfällen führen.
Durch die Digitalisierung und den Datenaustausch konnte das Risiko ungeplanter Maschinenausfälle um 80 Prozent gesenkt werden, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führt. Für ein einzelnes Werk bedeutet dies Einsparungen im niedrigen Millionen-Euro-Bereich, hochgerechnet auf mehr als 30 Werke weltweit ergibt sich eine beachtliche Summe. Der Serviceeinsatz kann präziser organisiert werden, was die Gesamtkosten weiter reduziert.
Die Kooperation mit Trumpf ist Teil einer umfassenden Strategie von Mercedes, die Produktion effizienter und kostengünstiger zu gestalten. So hat der Konzern beispielsweise bereits 2020 jegliches Papier aus seinen Produktionsstätten verbannt und eine eigene Datenplattform in Zusammenarbeit mit Siemens und Microsoft entwickelt. Dank Big-Data-Analysen und Fehlerkorrekturen direkt am Band konnte die Effizienz in den Werken um gut 15 Prozent gesteigert werden.
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Zur AktienanalyseMit dem Chipriesen Nvidia arbeitet Mercedes daran, die Einführung neuer Modelle zu beschleunigen, indem Fabriken als digitale Zwillinge abgebildet werden. Dies ermöglicht virtuelle Simulationen vor der tatsächlichen Inbetriebnahme und spart Kosten, da zunächst keine Hardware eingesetzt werden muss. Mercedes nutzt zudem ChatGPT, um Produktionsdaten in Echtzeit auszuwerten und so die Prozesse weiter zu optimieren.


