Merck & Co. stoppt Gardasil-Lieferung nach China
Schwache Nachfrage belastet Prognose – Keytruda kann Rückgang nicht vollständig ausgleichen

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hat die Lieferungen seines HPV-Impfstoffs Gardasil nach China bis mindestens Mitte 2025 ausgesetzt. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit einer schwächeren Nachfrage, die unter anderem auf wirtschaftliche Probleme in China sowie auf Pekings Anti-Korruptionskampagne im Gesundheitssektor zurückgeführt wird. Die stockenden Verkäufe des Impfstoffs wirken sich negativ auf die Umsatzprognose des Konzerns für das laufende Jahr aus. Im vierten Quartal 2024 konnte Merck & Co. jedoch von den starken Verkaufszahlen seines Krebsmittels Keytruda profitieren.
Das Unternehmen gab eine Umsatzprognose für 2025 zwischen 64,1 und 65,6 Milliarden Dollar bekannt, was unter den Erwartungen der Analysten liegt, die mit 67,3 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Auch die Gewinnerwartungen pro Aktie verfehlten die Prognosen knapp. Merck & Co. erwartet einen Gewinn je Aktie zwischen 8,88 und 9,03 Dollar, während Analysten im Durchschnitt mit 9,03 Dollar kalkuliert hatten. Infolge dieser Ankündigungen verlor die Aktie des Pharmakonzerns im vorbörslichen Handel an der Wall Street fast acht Prozent an Wert.
Gardasil galt lange Zeit als eine der zentralen Wachstumsquellen des Unternehmens, insbesondere auf dem chinesischen Markt. In den vergangenen Jahren konnte der Impfstoff dort starke Zuwächse verzeichnen, doch seit dem zweiten Quartal 2024 sind die Verkaufszahlen rückläufig. Im vierten Quartal 2024 lag der Umsatz des Impfstoffs bei 1,55 Milliarden Dollar und blieb damit deutlich hinter den Analystenerwartungen von 1,8 Milliarden Dollar zurück.
Demgegenüber konnte das Krebsmittel Keytruda die schwachen Zahlen bei Gardasil ausgleichen. Keytruda ist das weltweit meistverkaufte verschreibungspflichtige Medikament und erzielte im vierten Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar. Damit lag das Krebsmittel über den Analystenschätzungen von 7,4 Milliarden Dollar. Der bereinigte Quartalsgewinn des Unternehmens stieg auf 4,37 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,72 Dollar je Aktie, nachdem er im Vorjahr noch bei 66 Millionen Dollar beziehungsweise drei Cent je Aktie gelegen hatte. Analysten hatten einen Quartalsgewinn von 1,62 Dollar je Aktie erwartet.
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Zur AktienanalyseDer Konzernumsatz insgesamt stieg im vierten Quartal 2024 auf 15,6 Milliarden Dollar nach 14,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Trotz der positiven Entwicklung durch Keytruda konnte die Schwäche im Geschäft mit Gardasil die Gesamtprognose des Unternehmens nicht retten, was die Unsicherheit der Anleger widerspiegelte.

