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Meta vor Gericht: Schwere Vorwürfe wegen Kinderschutz

Der Facebook-Konzern Meta steht vor wegweisenden Gerichtsprozessen in den USA. Ab Montag muss sich das Unternehmen in New Mexico und Los Angeles wegen unzureichenden Schutzes minderjähriger Nutzer vor sexueller Ausbeutung und psychischen Schäden verantwor

Meta vor Gericht: Schwere Vorwürfe wegen Kinderschutz

Meta sieht sich der bisher schwersten juristischen Herausforderung seiner Unternehmensgeschichte gegenüber. In New Mexico wirft Generalstaatsanwalt Raúl Torrez dem Konzern vor, Facebook und Instagram nicht ausreichend vor Online-Tätern geschützt zu haben, die es auf minderjährige Nutzer abgesehen hatten. Die bereits 2023 eingereichte Klage behauptet, Meta habe Kinder zu sexuell expliziten Inhalten geleitet und Menschenhandel im Bundesstaat begünstigt.

Verdeckte Ermittlungen enthüllen Missstände

Die Vorwürfe stützen sich auf eine verdeckte Operation der Staatsanwaltschaft, bei der ein gefälschtes Profil einer 13-Jährigen erstellt wurde. "Das Testprofil wurde schlichtweg mit Bildern und gezielten Kontaktanfragen überflutet, was ich ehrlich gesagt als schockierend empfand", erklärte Torrez gegenüber CNBC. Der Generalstaatsanwalt fordert neben erheblichen Geldstrafen vor allem grundlegende Änderungen bei Meta.

Parallelprozess in Los Angeles

Zeitgleich beginnen am Montag auch die Eröffnungsplädoyers in einem Verfahren in Los Angeles. Dort wird Meta zusammen mit YouTube vorgeworfen, die Öffentlichkeit nicht über Sicherheitsrisiken ihrer Plattformen aufgeklärt zu haben – trotz Wissen um psychische Gesundheitsgefahren für junge Nutzer. TikTok und Snap hatten sich bereits vor Prozessbeginn mit einem Kläger verglichen. Instagram-Chef Adam Mosseri soll am Mittwoch aussagen, Meta-CEO Mark Zuckerberg eine Woche später.

Vergleich mit Tabak-Prozessen der 90er Jahre

Experten ziehen Parallelen zu den historischen Klagen gegen die Tabakindustrie in den 1990er Jahren. Wie damals geht es um mutmaßliche Produktschäden und den Vorwurf, die Öffentlichkeit über negative Auswirkungen getäuscht zu haben. Die Tech-Konzerne argumentieren zwar, dass Inhalte durch Section 230 des Communications Decency Act geschützt seien. Die Klagen zielen jedoch auf das Design und die Funktionen der Apps ab, die junge Nutzer gefährdet haben sollen.

Meta weist Vorwürfe zurück

Meta hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und betont, sich auf "sein langjähriges Engagement zur Unterstützung junger Menschen" zu konzentrieren. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass 18 Geschworene ausgewählt wurden und die Verhandlungen planmäßig beginnen.

Weitere Verfahren angekündigt

Im weiteren Jahresverlauf steht ein zusätzlicher Prozess im Northern District of California an. In diesem Bundesverfahren gegen Meta, TikTok, YouTube und Snap geht es um den Vorwurf, fehlerhafte Apps entwickelt zu haben, die bei Kindern und Teenagern zu ungesundem und süchtigem Verhalten führten. Die Urteile könnten wegweisend für die Regulierung sozialer Medien werden und die gesamte Branche zu grundlegenden Änderungen zwingen.

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