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Metas dienstälteste Mitarbeiterin über KI, Jobs und Zuckerberg

Naomi Gleit arbeitet seit fast 20 Jahren bei Meta und spricht offen über KI-Agenten, Stellenabbau und ihren Chef.

Metas dienstälteste Mitarbeiterin über KI, Jobs und Zuckerberg

Naomi Gleit war die 29. Mitarbeiterin, als sie vor fast 20 Jahren zu Facebook stieß – damals gerade 21 Jahre alt. Heute ist sie Produktchefin bei Meta und das dienstälteste Belegschaftsmitglied des Konzerns, abgesehen von Gründer Mark Zuckerberg selbst. Gegenüber der BBC bezeichnete sie ihre Stelle als ihren „Traumjob". Ihre Mutter sah das anfangs anders: „Meine Mutter war sehr enttäuscht, sie wollte, dass ich für Lehman Brothers arbeite", sagt Gleit mit einem Lachen. Die Investmentbank kollabierte bekanntlich 2008 und löste eine globale Finanzkrise aus.

Gleit hat in fast zwei Jahrzehnten viele Krisen des Unternehmens miterlebt – von Datenschutzskandalen über Vorwürfe der Wahlmanipulation bis hin zu Debatten über psychische Schäden bei Jugendlichen durch soziale Medien. Sie räumt ein, dass es Momente gab, in denen Meta „unseren Standards nicht gerecht wurde". Dennoch betont sie, dass sie auf vieles stolz sei. Das berüchtigte Firmenmotto „Move fast and break things" – auf Deutsch: schnell sein und Dinge zerschlagen – sei ein „isoliert missverstandener Wert" gewesen.

Zuckerbergs Ruf: „Der Unterschied ist gewaltig"

Auch Zuckerbergs Image als „Bösewicht" der Tech-Branche hält Gleit für „unfair". Der Facebook-Gründer gilt vielen als kühler, roboterhafter und rücksichtsloser Manager. Schauspieler Jesse Eisenberg, der ihn im Film „The Social Network" von 2010 verkörperte, erklärte der BBC im Februar, er wolle nicht mit Zuckerberg und dessen „problematischen" Handlungen in Verbindung gebracht werden. Bald wird „Succession"-Star Jeremy Strong Zuckerberg in der Fortsetzung „The Social Reckoning" als stählernen Chef eines riesigen Social-Media-Imperiums darstellen.

Gleit zeichnet ein anderes Bild ihres Chefs: „Ich denke, der Unterschied zwischen dem, was die Leute von Mark denken, und wie Mark tatsächlich ist, ist gewaltig." Er sei ein „großartiger Ehemann und ein toller Vater von drei kleinen Kindern", und es sei „wirklich unglaublich zu beobachten, wie er zu der Führungspersönlichkeit geworden ist, die er heute ist." Auf die direkte Frage, wie Zuckerberg als Chef sei, folgte eine kurze, vielsagende Pause – bevor Gleit sich auf „großartig" festlegte.

KI-Agenten als „Superkräfte" für kleine Unternehmen

Gleit reiste diese Woche aus der US-Zentrale von Meta nach Großbritannien, um über das nächste große Thema des Konzerns zu sprechen: KI-Agenten. Diese sind eine fortgeschrittene Form von Chatbots – sie können nicht nur Fragen beantworten, sondern Aufgaben vollständig und eigenständig ausführen. Meta integriert diese Agenten in WhatsApp, das weltweit 3,5 Milliarden Nutzer zählt, darunter hunderte Millionen Geschäftskunden.

Das Geschäftsmodell dahinter: Meta plant, großen und kleinen Firmen Gebühren dafür zu berechnen, dass KI-Agenten rund um die Uhr in ihrem Namen WhatsApp-Chats mit Kunden führen und geschäftliche Erkenntnisse liefern. „Wir konzentrieren uns wirklich auf das, was Unternehmen brauchen, und sie sagen uns, dass sie so viele Nachrichten von Menschen erhalten", erklärt Gleit. Besonders für kleine Unternehmen sieht sie darin einen Vorteil: Sie erhalten so Zugang zu Kundenerkenntnissen, die bislang meist nur großen Konzernen vorbehalten waren, die sich massenhaft Personal für diese Aufgaben leisten konnten.

Allerdings gibt es erhebliche Bedenken zur Zuverlässigkeit von KI-Agenten. Anfang dieser Woche musste Meta ein Sicherheitsproblem beheben, das es Hackern ermöglichte, ein KI-Support-Tool von Instagram zu manipulieren, um Zugriff auf fremde Konten zu erhalten. Gleit betonte, dieses Problem habe nichts mit dem Agenten selbst zu tun gehabt, und versicherte, dass Sicherheit die „Priorität und der Fokus" des Unternehmens sei.

Stellenabbau und Überwachung: Die Schattenseite des KI-Booms

Die Frage, was mit den Menschen passiert, die bislang jene Aufgaben erledigten, die künftig KI-Agenten übernehmen sollen, beantwortet Gleit mit verhaltenem Optimismus. Sie zweifelt nicht daran, dass KI die Arbeitswelt „transformieren" werde, glaubt aber an die Entstehung neuer, noch unbekannter Berufsfelder. „Als ich aufwuchs, existierte mein Job als Produktmanagerin nicht, weil es kein Internet gab", sagt sie.

Gleichzeitig hat Meta selbst zuletzt 10 Prozent seiner Belegschaft entlassen, während der Konzern massiv in KI investiert. Zudem wehrten sich Mitarbeiter gegen den Einsatz von Tastaturüberwachung – sogenanntes Key Stroke Monitoring –, mit der ihre Arbeit verfolgt werden sollte, um Metas eigene KI-Tools zu trainieren. Berichten zufolge hat das Unternehmen seine Pläne inzwischen zurückgeschraubt: Mitarbeiter können sich nun abmelden, allerdings nur für jeweils 30 Minuten am Stück.

Gleits Rat an junge Menschen, die sich fragen, wie KI ihre Karriere beeinflussen wird, ist knapp: „Seien Sie neugierig." Sie selbst habe dank KI zum ersten Mal in ihrem Leben programmieren gelernt. Und auch Zuckerberg, der Facebook einst selbst programmierte, als Gleit ihn kennenlernte, programmiere nun wieder aktiv. „Selbst bei der Arbeit lernen wir alle neue Fähigkeiten", sagt sie.

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