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Mews erhält E-Geld-Lizenz und revolutioniert Hotelfinanzierung im EWR

Das Hotelsoftware-Unternehmen Mews darf Hotelgelder künftig direkt verwalten – ohne Umweg über Drittanbieter.

Mews erhält E-Geld-Lizenz und revolutioniert Hotelfinanzierung im EWR

Das Hotelsoftware-Unternehmen Mews hat von der niederländischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank) eine Lizenz als E-Geld-Institut (Electronic Money Institution, EMI) erhalten. Die Zulassung wurde der neu gegründeten regulierten Einheit Mews Financial Services B.V. erteilt, die ihren Sitz in Amsterdam hat. Damit verfügt Mews nun über einen regulierten Status im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Die Lizenz ist ein strategischer Meilenstein für das Unternehmen: Bisher lagen die betrieblichen Daten der Hotels, die die Plattform nutzen, bei Mews, während die Finanzdaten aus externen Systemen stammten. Künftig kann das Unternehmen beide Bereiche zusammenführen und Zahlungsdienste über eine eigene Infrastruktur betreiben. Dies schafft die Grundlage für neue Finanzprodukte, die auf den Transaktionsdaten basieren, die bereits über die Plattform fließen.

Mews wickelte im Jahr 2025 ein Hoteltransaktionsvolumen von 19,7 Milliarden US-Dollar ab und betreut 15.000 Kunden in 85 Ländern. Das Unternehmen wurde zuletzt mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem es im Januar in einer von EQT Growth angeführten Series-D-Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte. Zu den weiteren Investoren zählen Atomico, HarbourVest, Kinnevik, Battery Ventures und Tiger Global.

Gründer Valtr: „Geld hat nie als zusammenhängendes System funktioniert"

Richard Valtr, Gründer von Mews, beschreibt das grundlegende Problem der Branche deutlich: „Trotz der gesamten Software, die heute in Hotels zum Einsatz kommt, hat Geld nie als ein zusammenhängendes System funktioniert: hier ein Zahlungsabwickler, dort eine Bank und dazwischen eine Tabelle für den Abgleich."

Valtr sieht die neue Lizenz als Fundament für einen strukturellen Wandel: „Diese Lizenz gibt uns das Fundament, um weiterzugehen und die Finanzinfrastruktur aufzubauen, die dieser Branche bisher fehlte, damit das Geld so fließt, wie das Hotel geführt wird, und nicht umgekehrt."

Kundenschutz und regulatorische Absicherung

Susanne Sandler, SVP und GM Fintech bei Mews, betonte gegenüber Investing.com die Sicherheitsmechanismen für Hotelkunden: Gelder, die über Mews Financial Services fließen, werden getrennt vom eigenen Betriebskapital des Unternehmens abgesichert – im Einklang mit den niederländischen und EU-Vorschriften für E-Geld-Institute.

„Sobald die auf dieser Infrastruktur basierenden Produkte live sind, werden diese Gelder vor Forderungen von Gläubigern der Mews FS geschützt sein", erklärte Sandler. Sie stellte zudem klar: „Wir nehmen keine Einlagen entgegen und vergeben keine Kredite daraus. Alle Kundengelder sind abgesichert." Dies unterscheidet das Modell klar von klassischen Bankdienstleistungen und begrenzt das regulatorische Risikoprofil des Unternehmens.

Mit Blick auf die Zukunft kündigte Sandler an, dass Mews weitere Dienstleistungen auf der EMI-Basis aufbauen und bei Bedarf zusätzliche Genehmigungen einholen werde: „Unser Ziel ist es, die größten finanziellen Herausforderungen unserer Hotels zu lösen, und wenn dafür weitere regulatorische Genehmigungen erforderlich sind, werden wir diese einholen."

Schrittweise Einführung ab Ende 2026

Die Einführung der neuen Dienste erfolgt schrittweise. Ab Ende 2026 startet zunächst ein Pilotprogramm mit einer ausgewählten Gruppe von Betrieben in den Niederlanden. Anschließend ist die Ausweitung auf den gesamten EWR geplant. Für die europäische Hotellerie könnte dies eine deutliche Vereinfachung der Finanzprozesse bedeuten, da operative und finanzielle Daten erstmals auf einer einzigen Plattform zusammenlaufen.

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