Meyer Burger: Drohende Schließung der deutschen Modulproduktion
Die Herausforderungen der europäischen Solarindustrie und die Suche nach globalen Lösungen

Der Schweizer Solarkonzern Meyer Burger hat am Mittwoch angekündigt, seine Modulproduktion in Deutschland zu schließen, falls die Politik nicht schnell Maßnahmen zur Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen ergreift. Dieser drastische Schritt könnte bis zur zweiten Februarhälfte 2024 erfolgen und hätte schwerwiegende Auswirkungen auf etwa 500 Mitarbeiter in Freiberg.
Die europäische Solarindustrie befindet sich in einer angespannten Lage, und Meyer Burger erwartet für das Geschäftsjahr 2023 einen operativen Verlust von mindestens 126 Millionen Franken. Um wieder einen positiven Cashflow zu erreichen, benötigt das Unternehmen rund 450 Millionen Franken bis 2025. Angesichts dieser Herausforderungen führt Meyer Burger derzeit Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium über finanzielle Garantien und auch mit dem US-Energieministerium über mögliche Darlehen.
Die Krise in der europäischen Photovoltaikindustrie wird durch den starken Wettbewerb chinesischer Solarproduzenten verschärft. Diese haben in den letzten Jahren ihre Produktionskapazitäten massiv ausgebaut und drängen mit günstigen Modulen auf den europäischen Markt. Die Preise für chinesische Module liegen deutlich unter denen europäischer Hersteller, was zu Insolvenzen und Stilllegungen bei einigen deutschen Solarunternehmen geführt hat.
Auch außerhalb Deutschlands sind Unternehmen von dieser Krise betroffen. Norwegische Hersteller wie Norwegian Crystals und Norsun haben Insolvenz angemeldet oder die Produktion eingestellt. Meyer Burger, ein bedeutender Zulieferer, muss nun außerhalb Europas nach Alternativen suchen.
Die Preise für Solarmodule sind innerhalb eines Jahres drastisch gesunken, was zu einem Überangebot und Verzerrungen auf dem europäischen Solarmarkt geführt hat. Laut Meyer Burger ist das Hauptproblem jedoch politischer Natur. Vorstandschef Gunter Erfurt betonte, dass die Politik dringend handeln müsse, um die Zukunft der deutschen Fabrik zu sichern. Falls keine verbindlichen Zusagen gemacht werden, wird das Unternehmen gezwungen sein, sich auf die Produktion in den USA zu konzentrieren.
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Zur AktienanalyseIn den USA investiert Meyer Burger derzeit in zwei Fabriken für die Produktion von Solarzellen und Solarmodulen, finanziert durch das Konjunkturprogramm Inflation Reduction Act (IRA). Diese Projekte sollen 2024 starten und mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigen. Die Forschungsabteilung in der Schweiz bleibt ebenfalls bestehen.
Obwohl die Politik in den USA möglicherweise ihre Position ändern könnte, glaubt Meyer-Burger-Chef Erfurt nicht daran, dass das IRA vollständig aufgehoben wird. Die USA erkennen strategisch die Notwendigkeit an, bestimmte Waren nicht vollständig aus China zu beziehen, was auf nationale Sicherheitsinteressen hinweist.


