ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Meyer Burger verliert Führungsspitze in Krisenzeiten

Restrukturierung soll finanzielle Lage des Solarkonzerns stabilisieren

Meyer Burger verliert Führungsspitze in Krisenzeiten

Gunter Erfurt, der CEO des Solarkonzerns Meyer Burger, verlässt das Unternehmen nach neun Jahren. Die Entscheidung wurde am Mittwochmorgen bekannt gegeben. In einer Zeit, in der das Unternehmen in einer tiefen Krise steckt, sieht sich Meyer Burger gezwungen, erste Schritte zur Restrukturierung einzuleiten. Neben Erfurt muss auch Finanzchef Markus Nikles seine Position räumen. Insgesamt plant das Unternehmen, bis Ende nächsten Jahres rund 200 Mitarbeiter zu entlassen, vorwiegend in Europa.

Erfurt trat vor vier Jahren an, um die deutsche Solarindustrie zu revitalisieren. Trotz seines Engagements und seiner Bemühungen steht Meyer Burger finanziell unter Druck. Ein neues Management unter der Führung des bisherigen Verwaltungsratschefs Franz Richter soll die Wende herbeiführen. Richter lobte Erfurt für seinen unermüdlichen Einsatz und die Transformation des Unternehmens von einem Anlagenlieferanten zu einem Hersteller von Solarzellen und -modulen.

Die neue Geschäftsführung wird durch die Finanzchefs Ralf Hermkens und Frank Zimmermann ergänzt, die sich künftig um die Geschäfte in den USA und Europa kümmern sollen. Ziel ist es, die Produktion von Solarzellen im deutschen Thalheim und die Modulproduktion im US-amerikanischen Goodyear zu konzentrieren. Zudem soll das Technologiezentrum in Hohenstein-Ernstthal bestehen bleiben.

Die finanzielle Situation des Unternehmens ist jedoch angespannt. Vor drei Wochen wurde der Bau einer geplanten Zellfabrik in Colorado gestoppt, da die finanziellen Mittel ausgegangen waren. Meyer Burger hat in den letzten Jahren kontinuierlich Verluste geschrieben. Der letzte Versuch, durch hohe Subventionen des Investitionsprogramms Inflation Reduction Act in den USA Fuß zu fassen, schlug fehl, da die erhofften Steuergutschriften in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar nicht in der erwarteten Höhe bereitgestellt wurden.

Um die finanzielle Lücke zu schließen, plant Meyer Burger den Verkauf von Modulen, Technologien und anderen Vermögenswerten. Zusätzlich werden weitere Optionen zur Finanzierung analysiert. Ab 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 350 bis 400 Millionen Schweizer Franken an.

Die Zukunft von Meyer Burger bleibt ungewiss, insbesondere angesichts der starken Konkurrenz aus Asien und dem Rückgang der Produktion in Deutschland. Trotz der Rekordnachfrage nach Solarmodulen kämpft die europäische Photovoltaikindustrie mit einer Vielzahl von Herausforderungen, einschließlich der Zunahme von Billigmodulen aus China. In dieser schwierigen Lage hatte Erfurt gemeinsam mit anderen CEOs der Solarbranche Unterstützung von der Bundesregierung gefordert, jedoch ohne Erfolg. Mit seinem Abgang ist die Hoffnung auf eine Renaissance der deutschen Solarindustrie weiter gesunken.

Meyer Burger EnergieManagement Solarstrom

Disclaimer