Meyer Burger vor dem Aus
Größter Kunde springt ab, Aktie stürzt um 70 Prozent.

Der angeschlagene Solarkonzern Meyer Burger steht vor einer weiteren großen Herausforderung. Der größte Kunde des Unternehmens, das US-Unternehmen Desri, hat den Vertrag gekündigt. Diese Nachricht hat weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen und seine Zukunft. Nach Bekanntgabe der Kündigung wurde der Handel der Aktie an der Schweizer Börse vorübergehend ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme fiel der Kurs um bis zu 70 Prozent auf 0,42 Franken. Das Unternehmen erklärte, dass diese Entwicklung die fortgeschrittenen Bemühungen um eine finanzielle Restrukturierung erheblich beeinträchtigen könnte. Scheitert die Restrukturierung, droht das Ende des Unternehmens.
Finanzielle Schwierigkeiten begleiten Meyer Burger bereits seit Jahren. Erst im August hatte das Unternehmen den Ausbau einer geplanten Solarzellenfabrik in den USA gestoppt, da die finanziellen Mittel fehlten. Kurz darauf verließ der damalige CEO Gunter Erfurt das Unternehmen. Auch die Konkurrenz durch günstige Solarmodule aus China hat die Lage zusätzlich verschärft. Trotz Bemühungen des ehemaligen CEOs, Unterstützung aus der deutschen Bundesregierung zu erhalten, konnte keine Lösung gefunden werden. Infolgedessen kündigten neben Meyer Burger auch andere deutsche Modulproduzenten wie Solarwatt und Heckert Solar Restrukturierungen und Kürzungen an.
Die Produktion bei Meyer Burger läuft vorerst weiter. In den USA sollte die Modulfabrik in Arizona trotz Sparkurs ursprünglich noch ausgebaut werden. Doch durch die Vertragskündigung von Desri, die fast vier Gigawatt an Solarmodulen betreffen, ist auch die Zukunft der Produktion in Nordamerika unsicher. Ein Installateur aus Stuttgart berichtet, dass er die verbleibenden 2100 Module von Meyer Burger verbauen werde, aber danach wohl auf asiatische Anbieter umsteigen müsse. In Deutschland gäbe es dann keine Alternativen mehr.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklungen werfen einen dunklen Schatten auf die gesamte Solarbranche in Europa, die bereits durch die Konkurrenz aus Asien unter Druck steht. Während die Bemühungen um finanzielle Rettung fortgesetzt werden, bleibt unklar, ob Meyer Burger seine Unternehmensfortführung sichern kann.


