Micron Technology überschreitet 1.000 Dollar – Wie weit kann die Aktie noch steigen?
Micron Technology hat die Marke von 1.000 Dollar je Aktie geknackt und ist damit in den exklusiven Billionen-Dollar-Club aufgestiegen.

Die Aktie von Micron Technology (MU) hat die Marke von 1.000 US-Dollar je Aktie überschritten und das Unternehmen damit in den exklusiven Kreis der Billionen-Dollar-Konzerne katapultiert. Der kometenhafte Aufstieg spiegelt einen fundamentalen Wandel in der Halbleiterbranche wider: Speicherchips haben sich von einem gewöhnlichen Massenprodukt zu einer geschäftskritischen Infrastruktur entwickelt. Treiber dieser Entwicklung ist die rasant wachsende Nachfrage durch künstliche Intelligenz (KI).
Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Wie weit kann die Micron-Aktie noch steigen? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – der Beständigkeit der KI-getriebenen Nachfrage, der Bewertung im historischen Vergleich und der Frage, ob der Markt das Best-Case-Szenario bereits vollständig eingepreist hat.
Der KI-Speicher-Superzyklus als zentraler Wachstumstreiber
Der wichtigste Katalysator für Microns Aufstieg ist die explodierende Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) und fortschrittlichen DRAM-Lösungen. KI-Trainings- und Inferenz-Workloads benötigen enorme Bandbreite und Kapazität, die herkömmliche Speicherlösungen kaum effizient bereitstellen können. HBM wird direkt neben GPU-Clustern in Servern verbaut und ermöglicht den Datentransfer mit geringer Latenz – unverzichtbar für große Sprachmodelle (LLMs) und andere rechenintensive Anwendungen.
Micron gehört neben Samsung und SK Hynix zu den drei größten HBM-Herstellern weltweit. Das Management betont die außerordentliche Knappheit des HBM-Angebots: Die gesamte Produktionskapazität für 2026 ist bereits ausverkauft, und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die DRAM-Knappheit über das Jahr 2027 hinaus anhalten wird. Laut Marktforschungsunternehmen TrendForce wird das Volumen des globalen Speichermarktes im Jahr 2027 voraussichtlich 1,3 Billionen US-Dollar erreichen – ein Plus von 44 Prozent gegenüber 2026. Der DRAM-Umsatz soll demnach in diesem Jahr um 303 Prozent auf 619 Milliarden US-Dollar steigen und bis 2027 auf 903 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Da HBM und DRAM weiterhin knapp bleiben, können Produzenten wie Micron eine erhebliche Preismacht aufrechterhalten – was für robuste Bruttomargen spricht, wie sie der Speichermarkt nur selten erlebt hat.
Bewertung: Teuer im historischen Vergleich, aber mit Grund
Der Speichermarkt war in der Vergangenheit bekanntermaßen zyklisch. In früheren Superzyklen erreichte das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Micron typischerweise einen Tiefpunkt zwischen 3,5 und 8, da Anleger das fast sichere Überangebot durch übermäßige Kapazitätserweiterungen einpreisten. Das aktuelle KGV von 48 erscheint im historischen Vergleich daher hoch.
Allerdings spiegelt dieses KGV auch eine drastisch höhere Gewinnbasis je Aktie wider – und nicht lediglich eine Ausweitung des Multiplikators bei stagnierenden Gewinnen. Entscheidend ist zudem, was das aktuelle Umfeld von vergangenen Zyklen unterscheidet: Micron sichert sich zunehmend mehrjährige Lieferverträge mit großen Cloud-Anbietern (sogenannten Hyperscalern), die sowohl Volumen als auch Preise festschreiben. Diese Verträge dürften einen Teil der historischen Boom-and-Bust-Volatilität abmildern.
Vergleich mit anderen KI-Chip-Marktführern
Ein Blick auf die Bewertung anderer prominenter KI-Chip-Aktien liefert wichtigen Kontext. Nvidia, Broadcom und Taiwan Semiconductor Manufacturing werden allesamt zu erhöhten Bewertungskennzahlen gehandelt – häufig mit KGVs von über 40. Die erwarteten KGVs (Forward P/E) dieser Marktführer haben sich im Allgemeinen im Bereich von Mitte 20 bis Mitte 30 eingependelt, selbst nach deutlichen Kurssteigerungen.
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Zur AktienanalyseMicrons rollendes KGV von 48 liegt innerhalb oder leicht unter dieser Peer-Group-Spanne. Besonders auffällig ist jedoch das erwartete KGV von 9,5 – ein Wert, der angesichts des erwarteten Umsatz- und Gewinnwachstums in den nächsten zwei bis drei Jahren erheblich attraktiver erscheint als bei der Konkurrenz. Diese Lücke deutet darauf hin, dass die Micron-Aktie noch weiteres Potenzial für eine Bewertungsausweitung besitzt.
Risiken nicht außer Acht lassen
Eine Investition in Micron ist dennoch nicht ohne Risiko. Sollten neue Produktionskapazitäten von Micron und seinen Wettbewerbern schneller als erwartet in Betrieb gehen oder sollten Hyperscaler ihre Investitionsausgaben für Rechenzentren drosseln, würden sich Gewinnmargen und Bewertungsmultiplikatoren wahrscheinlich wieder ihren historischen Durchschnittswerten annähern.
Die Kombination aus kurzfristig ausverkauftem HBM-Angebot, mehrjähriger Vertragssichtbarkeit und einem im Vergleich zu anderen KI-Chip-Marktführern moderaten Bewertungsprofil deutet jedoch darauf hin, dass die Micron-Aktie noch erhebliches Aufwärtspotenzial besitzt – bevor sie Niveaus erreicht, die als vollständig eingepreist gelten würden.


