Micron Technology übertrifft Erwartungen mit Rekordergebnissen und starkem Ausblick
KI-Nachfrage beflügelt den Speicherchiphersteller: Micron meldet Rekordumsatz und hebt die Prognose deutlich an.

Micron Technology hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen und gleichzeitig einen Ausblick präsentiert, der Analysten überraschte. Die Aktie legte daraufhin im nachbörslichen Handel um über 13% zu. Anleger feierten die anhaltend starke, durch künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage nach Speicherchips.
Für das am 28. Mai abgeschlossene Quartal meldete Micron einen bereinigten Gewinn von 25,11 US-Dollar je Aktie – deutlich über den Analystenschätzungen von 20,49 US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 41,46 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Konsensprognose von 35,69 Milliarden US-Dollar erheblich. Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz noch bei 9,30 Milliarden US-Dollar gelegen – ein Wachstum von fast 350% innerhalb eines Jahres.
Prognose weit über dem Analystenkonsens
Noch beeindruckender als die aktuellen Zahlen fiel der Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal aus. Micron erwartet einen Umsatz zwischen 49 und 51 Milliarden US-Dollar – der Analystenkonsens lag lediglich bei 43,24 Milliarden US-Dollar. Beim Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit 30,00 bis 32,00 US-Dollar, während die Wall Street nur 25,31 US-Dollar erwartet hatte.
CEO Sanjay Mehrotra kommentierte die Ergebnisse mit klaren Worten: „Microns Rekordergebnisse im dritten Geschäftsquartal und der noch stärkere Ausblick für das vierte Quartal spiegeln den strategischen Wert von Speichern im KI-Zeitalter wider." Er betonte zudem, dass mehrjährige strategische Kundenvereinbarungen die Beständigkeit und Vorhersehbarkeit der finanziellen Performance des Unternehmens erheblich verbessern würden.
Micron profitiert dabei von einer strukturellen Knappheit auf dem Speicherchipmarkt. Das Angebot ist auf eine kleine Anzahl von Anbietern konzentriert, während die Nachfrage aus Rechenzentren ungebremst wächst. Dies treibt auch die Preise für Speicherkomponenten in der Unterhaltungselektronik – etwa in Smartphones und Laptops – nach oben.
Schlüsselrolle im KI-Ökosystem
Microns Technologie ist eine entscheidende Komponente in Chips von Nvidia und Alphabet sowie in den Servern, die diese Prozessoren beherbergen. Besonders der Hochleistungsspeicher HBM (High Bandwidth Memory) rückt dabei in den Fokus. Das Unternehmen hob umfangreiche Lieferungen von HBM4-Speichern für eine führende Kundenplattform hervor und verwies auf Fortschritte bei HBM4E-Produkten der nächsten Generation.
Jake Behan, Head of Capital Markets bei Direxion, analysierte die Ergebnisse präzise: „Die Nachfrage stand nie infrage, wohl aber die Beständigkeit. Dieser Bericht schiebt dieses Risiko weiter nach hinten, da strategische Vereinbarungen und der HBM-Hochlauf eine Sichtbarkeit über den nächsten Preiszyklus hinaus gewährleisten. Die KI-Nachfrage schlägt sich im Umsatz nieder, aber die Preismacht bei HBM treibt die Margen an, und das ist es, was das Gewinnprofil nach oben korrigiert."
Mehrotra gab in der Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Ergebnisse eine bemerkenswerte Einschätzung zur Versorgungslage ab: „Wir gehen davon aus, dass die angespannten Bedingungen aufgrund der KI-gesteuerten Nachfrage in allen Segmenten in Verbindung mit strukturellen Angebotsbeschränkungen über das Kalenderjahr 2027 hinaus anhalten werden." Gene Munster von Deepwater Asset Management ergänzte, dass die Nachfrage das Angebot bis Ende 2028 oder sogar 2029 übersteigen könnte.
Starke Investitionen und Dividende
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFinanziell zeigt sich Micron in ausgezeichneter Verfassung. Im abgelaufenen Quartal investierte das Unternehmen 7,1 Milliarden US-Dollar in Investitionsausgaben und generierte einen bereinigten freien Cashflow von 18,3 Milliarden US-Dollar. Der Vorstand erklärte zudem eine vierteljährliche Dividende von 0,15 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 21. Juli.
Die Analysten von Wedbush zeigten sich ebenfalls begeistert: „Tech-Investoren werden in einer sehr positiven Stimmung sein und aufatmen, da das Tech-Schwergewicht Micron mit seinem hervorragenden Ergebnisbericht seine Muskeln spielen lässt." Wedbush betonte, dass die Ergebnisse zeigen, „dass der Trend bei Speichern und Chips intakt ist und sich noch in einem frühen Stadium befindet."
Für deutsche Anleger ist Micron Technology ein wichtiger Gradmesser für den globalen KI-Investitionszyklus. Die Zahlen des Unternehmens gelten als Frühindikator für die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weltweit – und signalisieren, dass der Boom vorerst keine Abschwächung zeigt.


