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Micron übernimmt Taiwan-Werk für 1,8 Milliarden Dollar

Der US-Chiphersteller Micron Technology kauft eine Produktionsstätte von Powerchip in Taiwan. Die Übernahme soll die DRAM-Kapazitäten für die boomende KI-Industrie deutlich ausbauen.

Micron übernimmt Taiwan-Werk für 1,8 Milliarden Dollar

Micron Technology greift tief in die Tasche und investiert 1,8 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Taiwan. Der US-Speicherchiphersteller hat eine Absichtserklärung zur Übernahme der P5-Fertigungsstätte von Powerchip Semiconductor Manufacturing in Tongluo unterzeichnet. Die Nachricht ließ die Aktien von Powerchip am Montag um fast 10 Prozent steigen.

Strategischer Ausbau der DRAM-Produktion

Durch die Akquisition erhält Micron rund 28.000 Quadratmeter hochmoderne Reinraumfläche – eine unverzichtbare Voraussetzung für die Halbleiterfertigung. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 will das Unternehmen dort schrittweise die Produktion von DRAM-Wafern (Dynamic Random Access Memory) hochfahren. Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt: Die weltweite Nachfrage nach Speicherchips übersteigt derzeit deutlich das Angebot.

Micron gehört neben Samsung und SK Hynix zu den drei führenden Herstellern von High Bandwidth Memory (HBM)-Chips, die für KI-Anwendungen essentiell sind. Die Speichertechnologie ermöglicht die schnelle Datenverarbeitung, die für Training und Betrieb von KI-Modellen erforderlich ist. CEO Sanjay Mehrotra rechnet damit, dass die Speichermärkte auch über 2026 hinaus angespannt bleiben werden.

Langfristige Partnerschaft vereinbart

Die Transaktion umfasst mehr als nur den reinen Immobilienkauf. Micron und Powerchip werden eine langfristige Auftragsfertigungsbeziehung für DRAM-Advanced-Packaging-Wafer eingehen. Zudem wird Micron den taiwanesischen Partner bei der Weiterentwicklung seiner Specialty-DRAM-Prozesstechnologien unterstützen. Diese Zusammenarbeit könnte beiden Unternehmen Wettbewerbsvorteile im hart umkämpften Halbleitermarkt verschaffen.

Taiwan als Produktionsdrehscheibe

Für Micron ist Taiwan kein Neuland: Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren auf der Insel präsent und gilt als größter ausländischer Direktinvestor des Landes. Die bestehenden Anlagen in Taichung fungieren bereits als zentraler Produktionsstandort für DRAM- und HBM-Produkte. Mit der Powerchip-Übernahme festigt Micron seine Position in der strategisch wichtigen Region weiter.

Aktie mit Rekordperformance

Die Micron-Aktie erlebte 2025 ein Rekordjahr mit einem Kursanstieg von 240 Prozent. Damit übertraf das Papier den Benchmark-Chip-Index SOX, der "nur" 42 Prozent zulegte, um ein Vielfaches. Anleger setzen auf die starke Nachfrage nach Speicherchips im KI-Boom und die strategische Positionierung des Unternehmens.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und soll voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Powerchip ist eine der bedeutendsten Halbleitergießereien Taiwans und fertigt sowohl Legacy-Chips als auch moderne Speicherchips.

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