Microsoft, Google und xAI geben US-Regierung KI-Zugang für Sicherheitsprüfungen
Drei Tech-Giganten ermöglichen dem US-Handelsministerium frühzeitige Evaluierungen neuer KI-Modelle vor deren öffentlicher Veröffentlichung.

Microsoft, die Google-Mutter Alphabet und Elon Musks KI-Unternehmen xAI haben sich bereit erklärt, der US-Regierung frühzeitigen Zugang zu neuen Modellen der künstlichen Intelligenz zu gewähren. Ziel ist es, Sicherheitsüberprüfungen im Hinblick auf nationale Risiken durchzuführen, bevor die Modelle öffentlich verfügbar gemacht werden. Die Vereinbarung wurde am Dienstag vom Center for AI Standards and Innovation (CAISI) im US-Handelsministerium bekanntgegeben.
Das CAISI erklärte, die Vereinbarung ermögliche es der Behörde, die Modelle vor ihrem Einsatz zu evaluieren und Forschungsarbeiten durchzuführen, um deren Fähigkeiten und potenzielle Sicherheitsrisiken zu bewerten. Hintergrund ist die wachsende Besorgnis in US-Behörden und der amerikanischen Wirtschaft, dass fortschrittliche KI-Systeme die Schlagkraft von Hackern massiv erhöhen könnten. Die Entwicklung solcher Systeme hat in den vergangenen Wochen weltweit für Aufsehen gesorgt.
„Eine unabhängige, strenge Messwissenschaft ist unerlässlich, um modernste KI-Modelle und deren Auswirkungen auf die nationale Sicherheit zu verstehen", erklärte CAISI-Direktor Chris Fall in einer offiziellen Mitteilung. Die Behörde fungiert als zentrale Anlaufstelle der US-Regierung für Tests von KI-Modellen.
Aufbau auf bestehenden Vereinbarungen aus der Biden-Ära
Der aktuelle Schritt baut auf Vereinbarungen auf, die bereits 2024 unter der Biden-Regierung mit OpenAI und Anthropic geschlossen wurden. Damals firmierte das CAISI noch unter dem Namen U.S. Artificial Intelligence Safety Institute. Die neue Vereinbarung erweitert nun den Kreis der kooperierenden Unternehmen um Microsoft, Google und xAI.
Das CAISI gab an, bereits mehr als 40 Evaluierungen abgeschlossen zu haben – darunter auch Tests an hochmodernen Modellen, die der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich sind. Besonders bemerkenswert: Die Entwickler stellen häufig Versionen ihrer Modelle zur Verfügung, bei denen die sogenannten Guardrails – also Sicherheitsvorkehrungen – reduziert wurden. Dies ermöglicht dem Zentrum, gezielt nach Risiken für die nationale Sicherheit zu suchen.
Microsoft und xAI reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme. Google lehnte einen Kommentar ab.
Pentagon weitet KI-Kooperationen aus
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Zur AktienanalyseParallel zu dieser Entwicklung teilte das Pentagon in der vergangenen Woche mit, dass es Vereinbarungen mit sieben KI-Unternehmen getroffen habe, um deren fortschrittliche Technologien in den geheimen Netzwerken des Verteidigungsministeriums einzusetzen. Ziel sei es, die Bandbreite der KI-Anbieter für das Militär zu erweitern.
Anthropic war von der Pentagon-Ankündigung ausgeschlossen. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einem Streit mit dem Verteidigungsministerium über Sicherheitsvorkehrungen bei der militärischen Nutzung seiner KI-Tools. Anthropic hatte zuvor bereits eine Vereinbarung mit dem CAISI geschlossen und kooperiert in diesem Rahmen weiterhin mit der Behörde.
Die Entwicklungen zeigen, dass die US-Regierung zunehmend bestrebt ist, den Einsatz und die Risiken von KI-Systemen systematisch zu kontrollieren – noch bevor diese den breiten Markt erreichen. Für deutsche und europäische Beobachter ist dies ein deutliches Signal, dass staatliche KI-Regulierung und -Evaluierung auch in den USA an Fahrt aufnimmt.


