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Microsoft unterzeichnet Rechenzentrums-Mietverträge für 130 Milliarden Dollar

Der Tech-Konzern verdoppelt seine Kapazitäten, um die explodierende KI-Nachfrage zu bedienen – mit beeindruckenden Quartalszahlen.

Microsoft unterzeichnet Rechenzentrums-Mietverträge für 130 Milliarden Dollar

Microsoft hat im zweiten Quartal neue Mietverträge für Rechenzentren im Wert von mehr als 130 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Damit erhöhte der Konzern seine Verpflichtungen zwischen März und Juni um mehr als zwei Drittel. Der Schritt ist Teil einer massiven Ausweitung der IT-Infrastruktur, mit der Microsoft vom KI-getriebenen Boom bei Cloud-Diensten profitieren will.

Vorstandschef Satya Nadella erklärte gegenüber Analysten, dass Microsoft auf dem besten Weg sei, seine Rechenzentrumskapazität innerhalb von zwei Jahren in etwa zu verdoppeln. Im abgelaufenen Quartal nahm das Unternehmen 31 neue Rechenzentren in Betrieb. Im gesamten Geschäftsjahr bis Ende Juni waren es insgesamt 88 neue Standorte.

Starke Quartalszahlen treiben die Aktie nach oben

Die Ergebnisse überzeugten die Märkte: Die Microsoft-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 9 Prozent. Bis zum Börsenschluss am Mittwoch war das Papier in diesem Jahr noch um 17 Prozent gefallen – die starken Zahlen sorgten nun für eine deutliche Gegenbewegung. Melissa Otto, Leiterin der Research-Abteilung bei Visible Alpha, erklärte den Kursanstieg damit, dass Microsoft für das kommende Quartal ein über den Erwartungen liegendes Umsatzwachstum von 45 Prozent prognostiziert hatte. „Sämtliche Investitionsausgaben erzielen eine signifikante Rendite. Das Geschäft beschleunigt sich", sagte sie.

Der Gesamtumsatz stieg im Quartal im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 90 Milliarden US-Dollar. Das Segment „Intelligent Cloud", in dem die Azure-Plattform angesiedelt ist, wuchs besonders stark: um 32 Prozent auf 39,3 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte im selben Zeitraum um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar zu – begünstigt durch einen Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Beteiligung am KI-Labor Anthropic.

Investitionsausgaben steigen massiv – freier Cashflow unter Druck

Die enormen KI-Ausgaben des 2,9 Billionen US-Dollar schweren Technologiekonzerns haben jedoch ihren Preis. Die Investitionsausgaben (Capex) stiegen im zweiten Quartal auf 41 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa zwei Drittel davon entfielen auf kurzlebige Vermögenswerte wie Halbleiter, der Rest floss in Rechenzentrumsgebäude und andere langlebige Infrastruktur.

Der Anstieg der Investitionsausgaben belastete den freien Cashflow, der im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar sank. Dennoch lag dieser Wert deutlich über den Analystenschätzungen von 13,4 Milliarden US-Dollar. Der Konzern hielt an seiner Investitionsprognose für das Jahr fest, wobei eine Änderung der Rechnungslegung den Wert auf 175 Milliarden US-Dollar reduzierte.

Auftragsbestand und OpenAI-Partnerschaft im Fokus

Der Auftragsbestand für künftige Umsätze stieg zum Quartalsende auf 678 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 51 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorquartal. Bemerkenswert: Dieser Anstieg enthält laut Microsoft keine Zusagen von führenden KI-Laboren wie OpenAI und Anthropic.

Das Unternehmen berichtete zudem, dass OpenAI – an dem Microsoft eine Beteiligung von einem Viertel hält – im vergangenen Jahr 24,1 Milliarden US-Dollar zum Umsatz beigetragen hat. Das entspricht etwa 7 Prozent des Microsoft-Gesamtumsatzes von 332 Milliarden US-Dollar. Die Beziehung zu OpenAI ist dabei komplex: Microsoft ist gleichzeitig größter Investor, Anbieter von Rechenleistung und Konkurrent des Start-ups.

Strategie: Unabhängigkeit von einzelnen KI-Modellen

Investoren zeigten sich besorgt über die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Microsofts Software-Franchise in der KI-Ära. Nadella begegnete diesen Bedenken mit einem klaren Statement: „Jedes Modell ist ersetzbar." Er erläuterte, wie Microsoft ein „neues Modellsystem" aufbaue, bei dem das technische Grundgerüst unabhängig von einem bestimmten Modell existiere. Dies ermögliche es dem Konzern, je nach wirtschaftlichen Erfordernissen und Qualitätsansprüchen flexibel zwischen eigenen Modellen oder solchen von OpenAI, Anthropic und anderen Anbietern zu wechseln.

Wie die anderen sogenannten „Hyperscaler" aus dem Big-Tech-Sektor – also Unternehmen mit globaler Cloud-Infrastruktur – beeilt sich Microsoft, neue Rechenzentren zu bauen, um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung von KI-Start-ups wie OpenAI und Anthropic sowie anderen Unternehmen zu bedienen. Der Wettlauf um KI-Infrastruktur ist damit in vollem Gange.

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