Millionen-Razzia: Zoll deckt Schwarzarbeit-Netzwerk auf
Über 1000 Einsatzkräfte durchsuchten bundesweit 49 Nagelstudios. Der mutmaßliche Drahtzieher soll seit 16 Jahren illegal vietnamesische Arbeitskräfte beschäftigt haben. Der Schaden: über sieben Millionen Euro.

Eine der größten Razzien gegen organisierte Schwarzarbeit hat am Mittwoch die deutsche Justiz auf den Plan gerufen. Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft führten koordinierte Durchsuchungen in fünf Bundesländern durch. Im Fokus: ein mutmaßliches Netzwerk von Nagelstudios, das systematisch Sozialabgaben und Steuern hinterzogen haben soll.
Düsseldorfer im Zentrum der Ermittlungen
Die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) wirft einem 56-jährigen Düsseldorfer gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern vor. Der Beschuldigte soll über 16 Jahre hinweg parallel mehrere Nagelstudios in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und im Landkreis Darmstadt-Dieburg betrieben haben. Dabei beschäftigte er nach Erkenntnissen der Ermittler vietnamesische Staatsangehörige ohne gültige Aufenthaltserlaubnis.
Drei Haftbefehle vollstreckt
Neben dem Hauptverdächtigen nahmen die Behörden zwei Studioleiterinnen im Alter von 36 und 44 Jahren fest. Die Ermittler vollstreckten insgesamt drei Haftbefehle in Düsseldorf und Dortmund. Gegen weitere 24 Beschuldigte laufen noch Ermittlungen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Vorenthalten von Arbeitsentgelt, Steuerhinterziehung und organisierte Kriminalität.
Millionenschaden für Staat und Sozialkassen
Der entstandene Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über sieben Millionen Euro. Betroffen sind sowohl die Steuereinnahmen als auch die Sozialkassen. Die systematische Umgehung von Sozialabgaben und Steuerpflichten über einen so langen Zeitraum deutet auf ein professionell organisiertes System hin.
Bundesweite Durchsuchungen
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Zur AktienanalyseDie über 1000 Einsatzkräfte durchsuchten 49 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen. Die Schwerpunkte lagen in Düsseldorf (11 Objekte), Dortmund (7), Stuttgart (6) und Köln (5). Weitere Durchsuchungen fanden in Augsburg, Bergkamen, Bochum, Duisburg, Essen, Esslingen am Neckar, Herne, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, Seelze und Unna statt.
Branchenweites Problem
Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Ermittlungen gegen Nagelstudios und andere personennahe Dienstleistungsbetriebe. Die Branche verzeichnet seit Jahren ein starkes Wachstum, steht aber zunehmend im Fokus der Behörden. Experten schätzen, dass ein erheblicher Teil der Umsätze an der Steuer vorbeigeht. Die Razzia sendet ein deutliches Signal an die Branche und könnte weitere Ermittlungen nach sich ziehen.


