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Mit 55 Jahren: Jetzt noch auf Roth-Altersvorsorge umstellen?

Ein 55-Jähriger plant mit seiner jüngeren Frau den Ruhestand in sechs Jahren – und stellt sich die entscheidende Frage zur Altersvorsorgestrategie.

Mit 55 Jahren: Jetzt noch auf Roth-Altersvorsorge umstellen?

Wer kurz vor dem Ruhestand steht, stellt sich unweigerlich die Frage: Lohnt sich jetzt noch eine Umstellung der Altersvorsorge? Ein 55-jähriger Leser des US-Finanzportals MarketWatch schildert genau diese Situation. Er und seine 43-jährige Frau planen, in etwa sechs Jahren gemeinsam in den Ruhestand zu gehen. Sein Arbeitgeber bietet sowohl eine traditionelle 401(k)-Option als auch eine Roth-401(k)-Variante an – und er ist unschlüssig, welche Strategie langfristig die größten Steuervorteile bringt.

Das aktuelle Verhältnis zwischen traditionellen Konten und Roth-Konten liegt bei dem Paar bei etwa 65 zu 35. Das bedeutet: Der Großteil der angesparten Mittel befindet sich in steuerlich aufgeschobenen, traditionellen Konten, während nur rund ein Drittel bereits in Roth-Konten – also bereits versteuerten Mitteln – liegt. Diese Ausgangslage ist typisch für viele Arbeitnehmer, die über Jahre hinweg den klassischen Weg der Altersvorsorge gegangen sind.

Was ist der Unterschied zwischen traditioneller und Roth-Altersvorsorge?

Für deutsche Leser ist es wichtig zu verstehen, dass das amerikanische 401(k)-System dem deutschen Konzept der betrieblichen Altersvorsorge ähnelt, jedoch mit entscheidenden steuerlichen Unterschieden. Bei einem traditionellen 401(k) werden Beiträge vor der Steuer eingezahlt – die Steuerlast entsteht erst bei der Auszahlung im Ruhestand. Beim Roth-401(k) hingegen werden Beiträge aus bereits versteuertem Einkommen geleistet, dafür sind spätere Auszahlungen steuerfrei. Die Wahl zwischen beiden Modellen hängt entscheidend davon ab, in welcher Steuerklasse man heute steht und welche Steuerbelastung man im Ruhestand erwartet.

Laut einer Erhebung des Fondsanbieters Vanguard zögern Arbeitnehmer weiterhin, Roth-Altersvorsorgepläne aktiv zu nutzen – obwohl viele Arbeitgeber diese Option anbieten. Die Zurückhaltung ist verständlich: Wer heute mehr Steuern zahlt, um später steuerfrei zu profitieren, braucht einen langen Anlagehorizont, um diesen Nachteil auszugleichen. Bei einem Renteneintritt in sechs Jahren stellt sich daher die Frage, ob dieser Zeitraum noch ausreicht.

Welche Fragen sollten sich Betroffene stellen?

Der Leser selbst formuliert die richtigen Kernfragen: Welche Option bietet potenziell die größten Steuervorteile? Und welche Überlegungen sollten dabei eine Rolle spielen? Relevante Faktoren sind unter anderem:

  • Die aktuelle und erwartete zukünftige Steuerbelastung
  • Das Alter beider Partner und der gemeinsame Renteneintritt
  • Das bestehende Verhältnis von traditionellen zu Roth-Konten (hier: 65/35)
  • Die Frage, ob im Ruhestand höhere oder niedrigere Einkünfte erwartet werden

Der Fall verdeutlicht, dass Altersvorsorgeentscheidungen selten pauschal beantwortet werden können. Besonders wenn Partner unterschiedlich alt sind – hier zwölf Jahre Altersunterschied – ergeben sich zusätzliche Planungsvariablen. Die jüngere Ehefrau hat potenziell einen längeren Anlagehorizont, was Roth-Beiträge für sie attraktiver machen könnte als für den älteren Partner.

Für Anleger in Deutschland, die ähnliche Überlegungen zur Steueroptimierung ihrer Altersvorsorge anstellen, lohnt sich ein Blick auf vergleichbare Instrumente wie die Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge oder ETF-Sparpläne im Depot – jeweils mit ihren eigenen steuerlichen Vor- und Nachteilen in der Anspar- und Auszahlungsphase.

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