Mitsubishi verzeichnet Gewinneinbruch um 42 Prozent
Schwaches Kohlegeschäft und geopolitische Risiken belasten den japanischen Handelskonzern

Das japanische Handelshaus Mitsubishi Corp hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 356 Milliarden Yen, was rund 2,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Hauptgrund für den Rückgang war die schwächere Entwicklung im australischen Geschäft mit Kokskohle sowie das Ausbleiben von Kapitalgewinnen, die im Vorjahr das Ergebnis gestützt hatten.
Trotz des deutlichen Gewinnrückgangs hält das Unternehmen an seiner Prognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr fest. Der erwartete Nettogewinn bleibt bei 700 Milliarden Yen. Mitsubishi gehört zu den größten japanischen Handelshäusern und ist in zahlreichen Sektoren aktiv, darunter Energie, Rohstoffe und Handel mit Industriegütern.
Ein bedeutender Faktor für die aktuelle Geschäftsentwicklung ist das Engagement im Kohle- und Energiebereich. Das australische Kokskohlegeschäft, das stark von der Nachfrage der Stahlindustrie abhängt, verzeichnete aufgrund schwächerer Preise und globaler Marktschwankungen geringere Erträge. Der Rückgang der Kohlepreise im Vergleich zum Vorjahr belastete das Ergebnis spürbar.
Mitsubishi ist zudem Anteilseigner am russischen Energieprojekt Sakhalin-2, das verflüssigtes Erdgas (LNG) produziert. Unternehmenschef Katsuya Nakanishi erklärte, dass Mitsubishi weiterhin Gespräche mit der japanischen Regierung und den Partnerunternehmen über die Zukunft dieser Beteiligung führe. Das Thema steht seit längerem unter geopolitischer Beobachtung, da die Vereinigten Staaten Japan und andere Abnehmer russischer Energierohstoffe kürzlich dazu aufgefordert haben, ihre Importe zu beenden, um den Druck auf Moskau im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu erhöhen.
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Zur AktienanalyseJapan bezieht etwa neun Prozent seiner LNG-Importe aus Sakhalin-2 über langfristige Verträge, die größtenteils zwischen 2028 und 2033 auslaufen. Nach Angaben von Branchenvertretern können die japanischen Energieversorger im Falle eines Lieferstopps alternative Bezugsquellen nutzen, sowohl aus bestehenden Lieferverträgen als auch über den Spotmarkt.


