Moderna übertrifft Erwartungen dank starker internationaler COVID-Impfstoffverkäufe
Der Impfstoffhersteller verdreifacht seinen Quartalsumsatz auf 389 Millionen Dollar und schlägt Analystenprognosen deutlich.

Moderna hat im ersten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 389 Millionen Dollar – mehr als eine Verdreifachung. Analysten hatten laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG lediglich rund 228 Millionen Dollar erwartet.
Der Wachstumstreiber war dabei eindeutig das internationale Geschäft. Der internationale Umsatz belief sich auf 311 Millionen Dollar, während der US-Markt lediglich 78 Millionen Dollar beisteuerte. Moderna profitierte dabei von Partnerschaften in Großbritannien, Kanada und Australien.
„Unsere Geschichte hat sich also wirklich zu einer ausgewogeneren internationalen gegenüber der US-Geschichte entwickelt", sagte Jamey Mock, Finanzvorstand von Moderna, in einem Interview mit Reuters. Diese Verschiebung ist kein Zufall, sondern Reaktion auf ein schwieriges regulatorisches Umfeld in den Vereinigten Staaten.
Herausforderndes US-Marktumfeld unter Kennedy
Tiefgreifende Änderungen in der US-Impfstoffpolitik unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., einem langjährigen Impfgegner, haben den Impfstoffverbrauch in den USA gedrückt. Zudem hat sich die regulatorische Landschaft für Unternehmen, die neue Impfstoffe entwickeln, verändert. Moderna sieht diese Belastungen jedoch als vorübergehend an.
„Wir hoffen, dass vieles davon hinter uns liegt", sagte CFO Mock und fügte hinzu, dass das Unternehmen für 2026 einen stabileren COVID-Markt in den USA anstrebt. Für das laufende zweite Quartal erwartet Moderna einen Umsatz von 50 bis 100 Millionen Dollar, der sich gleichmäßig auf die USA und internationale Märkte verteilen soll.
Beim Nettoverlust schnitt Moderna ebenfalls besser ab als erwartet. Der Verlust je Aktie lag im ersten Quartal bei 3,40 Dollar, während Analysten einen Verlust von 3,96 Dollar je Aktie prognostiziert hatten. Allerdings enthielt das Ergebnis Sonderbelastungen von 2,22 Dollar je Aktie im Zusammenhang mit der Beilegung eines Patentstreits über die Lipid-Nanopartikel-Technologie, die im COVID-Impfstoff eingesetzt wird. Beteiligt an dem Streit waren die Genevant-Einheit von Roivant Sciences sowie Arbutus Biopharma.
Moderna diversifiziert sein Produktportfolio
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Zur AktienanalyseDa die Nachfrage nach COVID-Impfstoffen in der Post-Pandemie-Ära nachlässt, treibt Moderna die Diversifizierung seines Portfolios voran. Das Unternehmen expandiert gezielt über Infektionskrankheiten hinaus. Wichtige Daten aus späten Studienphasen werden für mehrere vielversprechende Kandidaten erwartet:
- Einen mRNA-basierten Grippeimpfstoff, für den die FDA den 5. August 2025 als Entscheidungstermin festgelegt hat
- Einen individualisierten Krebsimpfstoff, der gemeinsam mit dem Pharmariesen Merck entwickelt wird
- Einen Norovirus-Impfstoff
- Eine Behandlung für eine seltene Stoffwechselstörung
Der Grippeimpfstoff hat dabei eine besondere Geschichte: Die FDA hatte den Antrag ursprünglich unter Hinweis auf Mängel im Studiendesign abgelehnt. Nach Beilegung des Streits mit der Aufsichtsbehörde steht nun ein neuer Entscheidungstermin fest.
Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte Moderna seine Umsatzwachstumsprognose von bis zu 10 Prozent. Dabei soll künftig etwa die Hälfte des Umsatzes aus den USA stammen – ein deutlicher Rückgang gegenüber einem US-Anteil von 62 Prozent im Vorjahr. Analyst Luca Issi von RBC Capital weist darauf hin, dass der Jahresumsatz stark auf die zweite Jahreshälfte gewichtet ist und in der ersten Jahreshälfte nur rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes erwartet werden.

