Morgan Stanley begrenzt Rücknahmen bei Private-Credit-Fonds
Wachsende Sorgen um den privaten Kreditmarkt zwingen die Wall-Street-Bank zum Handeln.

Morgan Stanley hat die Rücknahmen beim North Haven Private Income Fund (PIF) auf 5% der ausstehenden Aktien pro Quartal begrenzt. Auslöser waren überdurchschnittlich hohe Abflüsse von Anlegern, die angesichts wachsender Unsicherheiten im Private-Credit-Markt ihr Kapital zurückziehen wollten. Wie aus einer Börsenmitteilung vom Mittwoch hervorgeht, bediente der Fonds zuletzt lediglich 45,8% der eingereichten Rücknahmeanträge.
Die Beschränkung soll Notverkäufe von Vermögenswerten in Phasen erhöhter Marktvolatilität verhindern. In einem Investorenbrief von Morgan Stanley Private Credit wies die Bank ausdrücklich auf zunehmende Herausforderungen für die gesamte Private-Credit-Branche hin. Der Schritt gilt als Schutzmaßnahme, um die Stabilität des Fonds langfristig zu sichern.
Branchenweite Abflüsse belasten Private-Credit-Markt
Die Maßnahme von Morgan Stanley ist keine Einzelerscheinung. JP Morgan schrieb zuletzt den Wert einiger Kredite an Private-Credit-Fonds ab, während Vermögensverwaltungsriesen wie BlackRock und Blackstone Anfang August erhöhte Abflüsse aus ihren Flaggschiff-Fonds im Bereich Private Credit meldeten. Der kleinere Vermögensverwalter Blue Owl hatte bereits im vergangenen Monat die Rücknahmen bei einem wichtigen Fonds vollständig ausgesetzt.
Ein wesentlicher Treiber der Rücknahmewelle ist das schwindende Anlegervertrauen in Softwareunternehmen. Wachsende Befürchtungen, dass künstliche Intelligenz deren Geschäftsmodelle gefährden könnte, nähren Zweifel an der Kreditrückzahlungsfähigkeit dieser Unternehmen. Da Private-Credit-Fonds häufig in solche Technologiefirmen investieren, wirken sich diese Sorgen direkt auf die Branche aus.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist die Entwicklung ein Signal, dass auch vermeintlich stabile alternative Anlageklassen wie Private Credit nicht immun gegen Marktverwerfungen sind. Die Liquiditätsbeschränkungen zeigen, dass Anleger in solchen Fonds nicht jederzeit frei über ihr Kapital verfügen können – ein wesentlicher Unterschied zu börsengehandelten Produkten.


