Morgan Stanley: Euro steigt auf 1,23 Dollar bis Mitte 2025
US-Investmentbank prognostiziert weiteren Aufwärtstrend beim Währungspaar EUR/USD trotz erhöhter Volatilität am Devisenmarkt.

Morgan Stanley erwartet, dass der Euro seine Aufwärtsbewegung gegenüber dem US-Dollar fortsetzt und im zweiten Quartal 2025 die Marke von 1,23 Dollar erreicht. Die US-Investmentbank begründet ihre Prognose mit anhaltenden Belastungsfaktoren für den Greenback, die den Dollar weiter unter Druck setzen dürften.
"EUR/USD hat seit Jahresbeginn zugelegt, da unkonventionelle Katalysatoren die Risikoprämien für den US-Dollar auf die höchsten Stände getrieben haben, die zuletzt im zweiten Quartal 2025 verzeichnet wurden", erklärten die Strategen von Morgan Stanley in einer aktuellen Analyse. Die Bank sieht ihr langfristiges Aufwärtsziel für das Währungspaar damit in greifbarer Nähe.
Die Währungsexperten betonen jedoch, dass sie trotz bestehender Aufwärtsrisiken noch nicht zu einem optimistischen Szenario wechseln. Die mittelfristigen Risiken rund um den Dollar blieben erhöht, auch wenn kurzfristig wieder verstärkte Volatilität auftreten könnte, falls Wirtschaftsdaten erneut an Bedeutung gewinnen.
Unkonventionelle Treiber belasten Dollar
Besonders bemerkenswert ist laut Morgan Stanley, dass die aktuelle Schwächephase des Dollars nicht durch die traditionellen Zinsdifferenzen zu erklären ist, die normalerweise die Wechselkurse der G10-Währungen antreiben. "Wir sehen, dass die Katalysatoren für die USD-Schwäche in diesem Jahr unkonventionell waren", so die Strategen. Die Vorhersage dieser ungewöhnlichen Faktoren sei "sehr herausfordernd" und werde die Aufmerksamkeit der Anleger weiterhin beschäftigen.
Auswirkungen auf europäische Unternehmen
Für europäische Anleger bringt die Euro-Stärke gemischte Signale. Während ein festerer Euro die Anlagerenditen auf konstanter Währungsbasis unterstützt, stellt er gleichzeitig einen erheblichen Bremsfaktor für die Unternehmensgewinne dar. Morgan Stanley schätzt, dass jeder Anstieg des EUR/USD um 5 Prozent das jährliche Gewinnwachstum des MSCI Europe um etwa 1,5 bis 2 Prozentpunkte reduziert.
Dieser Effekt resultiert hauptsächlich aus Umrechnungseffekten, da europäische Unternehmen einen hohen Anteil ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaften. Besonders exportorientierte Branchen dürften unter der Euro-Stärke leiden, da ihre in Dollar fakturierten Erlöse bei der Umrechnung an Wert verlieren.
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Zur AktienanalyseMakroökonomische Folgen für die Eurozone
Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive prognostizieren die Morgan Stanley-Ökonomen, dass eine Aufwertung des Euro um 5 Prozent auf handelsgewichteter Basis die Exporte der Eurozone um etwa 1,5 Prozent reduzieren würde. Das Wirtschaftswachstum könnte dadurch um 0,3 Prozentpunkte gedämpft werden.
Positiv wirkt sich die Euro-Stärke hingegen auf die Inflation aus. Die Bank erwartet, dass ein Anstieg des EUR/USD um 10 Prozent die Inflation in der Eurozone in den nächsten zwei Jahren um etwa 30 Basispunkte senken wird. Dieser Effekt trete schnell ein und werde hauptsächlich durch niedrigere Energiepreise getrieben, da Öl und Gas in Dollar gehandelt werden.


