Morgan Stanley identifiziert fünf Kernthemen der Gig-Economy
Nach Quartalsergebnissen von DoorDash, Uber und Instacart analysiert Morgan Stanley die wichtigsten Trends im Lieferdienst-Sektor.

Morgan Stanley hat nach den zeitgleich veröffentlichten Quartalsergebnissen von DoorDash (NASDAQ: DASH), Uber Technologies (NYSE: UBER) und Instacart (NASDAQ: CART) fünf thematische Trends in der Gig-Economy identifiziert. Die Nachfrage in den Bereichen Fahrdienstvermittlung, Essenslieferung sowie Lebensmittel- und Einzelhandelszustellung blieb dabei robust. Sowohl das Nutzerwachstum als auch die Bestellhäufigkeit trugen zu dieser Entwicklung bei.
Ein zentrales Thema ist das starke Wachstum der Abonnement-Programme. Die Programme DashPass (DoorDash) und Uber One skalierten weiter, wobei Abonnenten etwa dreimal mehr ausgaben als Nicht-Abonnenten. Die DashPass-Mitgliedschaften in den USA beschleunigten sich im ersten Quartal durch höhere Brutto-Neuzugänge und eine geringere Abwanderungsquote (Churn).
Wettbewerb im Online-Lebensmittelmarkt
Besonders aufschlussreich ist der direkte Vergleich der drei Plattformen im Bereich Online-Lebensmittel und Einzelhandel. Morgan Stanley schätzt, dass das Bruttowarenvolumen (Gross Order Value, GOV) von DoorDash im ersten Quartal 2026 bei 4,1 Milliarden US-Dollar lag – ein Wachstum von 32 % gegenüber dem Vorjahr. Uber erzielte ein GOV von 3,5 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 40 % entspricht.
Instacart dominiert mit einem GOV von 10,3 Milliarden US-Dollar zwar die absolute Größe, wuchs jedoch nur um 13 %. DoorDash und Uber expandierten damit etwa dreimal so schnell. Morgan Stanley kommentierte: „Wir schätzen, dass das Online-Lebensmittel- und Einzelhandelsgeschäft von DASH/UBER nun etwa 40 % bzw. 35 % der Größe des GOV von CART entspricht, aber DASH/UBER wachsen etwa dreimal so schnell und gewinnen Marktanteile."
Sowohl DoorDash als auch Instacart wiesen auf Verbesserungen bei GenAI-gestützten Tools für Händler- und Inventar-Onboarding-Prozesse hin. Laut Morgan Stanley könnte dies das Volumenwachstum beim Übergang von Offline zu Online weiter vorantreiben. Als wichtigsten Wettbewerber im Blick behält die Bank Amazon, angesichts seines expandierenden „Amazon Now"-Angebots und des Vorstoßes in agentische und robotische Funktionen.
Kursziele und Bewertungen im Überblick
Morgan Stanley behält für DoorDash die Einstufung „Overweight" mit einem Kursziel von 275 US-Dollar bei. Dies impliziert ein Aufwärtspotenzial von 48 % gegenüber dem damaligen Kurs von 167,97 US-Dollar, basierend auf einem 25-fachen Multiplikator des bereinigten EBITDA für 2027 von 4,806 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz wird für 2026 auf 17,65 Milliarden und für 2027 auf 21,26 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Uber erhält ebenfalls die Einstufung „Overweight" mit einem Kursziel von 100 US-Dollar, was ein Aufwärtspotenzial von 26 % gegenüber 79,17 US-Dollar bedeutet. Grundlage ist ein 14-facher Multiplikator des bereinigten EBITDA für 2027 von 14,188 Milliarden US-Dollar. Die gesamten Bruttobuchungen werden für 2026 auf 234,29 Milliarden und für 2027 auf 275,3 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Morgan Stanley hob seine EBITDA- und EPS-Schätzungen für 2027 nach einem über den Erwartungen liegenden ersten Quartal im Bereich Mobility um jeweils 2 % an.
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Zur AktienanalyseInstacart bleibt hingegen auf „Equal-weight" mit einem Kursziel von 48 US-Dollar. Die Bestellungen im ersten Quartal lagen mit 91 Millionen um 2,7 % unter der Schätzung von 94 Millionen. Das bereinigte EBITDA von 300 Millionen US-Dollar entsprach mit der Schätzung von 303 Millionen US-Dollar weitgehend den Erwartungen. Für 2026 prognostiziert Morgan Stanley ein bereinigtes EBITDA von 1,286 Milliarden US-Dollar.
Snap-Kursziel ebenfalls angehoben
Neben den Lieferdiensten hob Morgan Stanley auch das Kursziel für Snap von 6,50 auf 7,00 US-Dollar an. Auslöser war ein bereinigtes EBITDA im ersten Quartal von 233,3 Millionen US-Dollar, das die Schätzung von 186,1 Millionen US-Dollar deutlich übertraf. Allerdings kompensierte der Wegfall einer erwarteten Partnerschaft mit Perplexity – die bis 2027 bis zu 400 Millionen US-Dollar an margenstarkem Umsatz hätte generieren sollen – sowie sinkende Nutzerzahlen in Nordamerika um 2 Millionen im Vergleich zum Vorquartal den positiven Effekt teilweise. Morgan Stanley senkte seine Umsatzschätzungen für 2026 und 2027 um 1,2 % bzw. 2,9 %, hob jedoch die EBITDA-Schätzungen für 2026 um 13,5 % an.

