Morgan Stanley: KI-Rechenzentren treiben US-Erdgasnachfrage bis 2030 massiv
Investmentbank prognostiziert zusätzlichen Bedarf von 4,8 Milliarden Kubikfuß pro Tag durch Datacenter-Boom

Morgan Stanley identifiziert einen bedeutenden neuen Wachstumstreiber für den US-Erdgasmarkt: Der rasante Ausbau von KI-gesteuerten Rechenzentren wird den Strombedarf in Schlüsselregionen massiv erhöhen. Die Investmentbank prognostiziert, dass die Entwicklung von KI-Rechenzentren bis 2030 zu einer zusätzlichen US-Gasnachfrage von etwa 4,8 Milliarden Kubikfuß pro Tag (Bcf/d) führen könnte.
Die Analysten haben für ihre Prognose 1.272 angekündigte Rechenzentrumsprojekte kartiert, die einen zusätzlichen Strombedarf von rund 80 Gigawatt aufweisen. Mithilfe der hauseigenen AlphaWise-Geodatenanalyse ermittelte Morgan Stanley, wo der Gasverbrauch am stärksten steigen wird. Das Wachstum konzentriert sich dabei stark auf die Appalachen-Region und den PJM-Strommarkt.
Die Prognose fügt sich in einen bereits laufenden strukturellen Wandel ein. "Der US-Gasmarkt steht an der Schwelle zu einem neuen Zyklus des Nachfragewachstums", betonen die Analysten. Neben den Rechenzentren treiben LNG-Exporte und steigender Stromverbrauch die Nachfrage. Ein theoretisches Upside-Szenario könnte sogar 14 bis 15 Bcf/d zusätzliche Nachfrage implizieren, falls Erdgas die gesamte Last abdecken würde.
EQT als Top-Pick im Upstream-Bereich
Geografisch wird erwartet, dass sich die Nachfrage in PJM und Virginia konzentriert, die zusammen den Großteil des prognostizierten Wachstums ausmachen werden. Diese regionale Konzentration bildet die Basis für Morgan Stanleys Aktienpräferenzen entlang der gesamten Erdgas-Wertschöpfungskette.
Im Upstream-Bereich sieht die Bank EQT am besten positioniert. Das Unternehmen verfügt über eine starke Flächenposition und lange Inventarlaufzeit, vertikale Integration im Midstream-Bereich sowie Engagement bei regionalen Preisen. Morgan Stanley behält sein Overweight-Rating und den Status als Top Pick für die Aktie bei.
Midstream-Favoriten: TC Energy und Williams
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Zur AktienanalyseIm Midstream-Sektor gilt TC Energy als "Top-Möglichkeit, auf netzgekoppelte Stromlösungen zur Unterstützung der KI- und Rechenzentrumsexpansion zu setzen". Die Pipelines des Unternehmens liegen in unmittelbarer Nähe zu neuen Rechenzentrumsstandorten. Williams wird ebenfalls positiv bewertet, da das Unternehmen eine "klare Führungsposition bei Behind-the-Meter-Lösungen" etabliert hat, die von Hyperscalern zunehmend nachgefragt werden.
Im Bereich Versorger und Stromerzeugung profitieren vor allem Produzenten, da Betreiber von Rechenzentren langfristige Lieferverträge anstreben. Vistra gehört aufgrund seiner Erzeugungskapazitäten in der Nähe der prognostizierten Nachfragezentren zu den Hauptprofiteuren. Weitere bevorzugte Titel sind Enbridge, Kinder Morgan und Talen Energy.


