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Morgan Stanley senkt Wachstumsprognose für Saudi-Arabien wegen Ölsektor-Kontraktion

Geringere Ölexportvolumina und Handelsstörungen belasten das reale Wachstum des Königreichs bis ins dritte Quartal 2026.

Morgan Stanley senkt Wachstumsprognose für Saudi-Arabien wegen Ölsektor-Kontraktion

Morgan Stanley hat seine Wachstumsprognose für Saudi-Arabien nach unten revidiert. Als Hauptgrund nennt die US-Investmentbank einen anhaltenden Rückgang der realen Ölaktivitäten, der sich voraussichtlich bis in das dritte Quartal 2026 erstrecken wird. Geringere Ölexportvolumina sowie Handelsstörungen belasten demnach das reale Wirtschaftswachstum des Königreichs spürbar.

Trotz der Abwärtsrevision hält Morgan Stanley an seiner Einstufung „Overweight" für Saudi-Arabien innerhalb seiner EEMEA-Abdeckung fest. Die Bank verweist dabei auf die strukturelle Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber anhaltenden geopolitischen Spannungen und der globalen Energiekrise. Höhere Ölpreise stützen laut Morgan Stanley weiterhin die Öleinnahmen sowie die Staatsausgaben und wirken damit als stabilisierender Faktor.

Strategische Vorteile gegenüber Regionalnachbarn

Saudi-Arabien hebt sich laut Morgan Stanley innerhalb der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) deutlich ab. Das Königreich ist in der Lage, einen bedeutenden Teil seiner Ölexporte an der Straße von Hormus vorbeizuleiten – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Anteil des globalen Öltransports fließt. Diese geografische und infrastrukturelle Flexibilität verschafft Saudi-Arabien einen klaren Vorteil gegenüber anderen Golfstaaten.

Hinzu kommt ein weiterer Resilienzfaktor: Saudi-Arabien weist unter den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates (GCC) die geringste Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften auf. Morgan Stanley wertet dies als zusätzliche Quelle der wirtschaftlichen Stabilität, da das Land damit weniger anfällig für externe Arbeitsmigrations-Schocks ist.

Die Bank erwartet, dass fiskalische Unterstützung durch den Staat sowie ein widerstandsfähiger privater Konsum die aktuellen Belastungen abfedern werden. Für das Jahr 2027 prognostiziert Morgan Stanley eine deutliche Wachstumsbeschleunigung, sobald die Erholung der Ölexporte das Gesamtwachstum wieder ankurbelt. Anzeichen für eine sich verbessernde Systemliquidität und eine fortgesetzte fiskalische Unterstützung sieht die Bank bereits jetzt.

Bevorzugte Sektoren: Banken, Energie und Industrie

Im Hinblick auf Investitionschancen identifiziert Morgan Stanley konkrete Sektoren, die besonders gut positioniert sind. Die Bank bevorzugt:

  • Banken und Finanzdienstleister
  • Energieunternehmen
  • Industrieunternehmen

Diese Sektoren seien am besten aufgestellt, um vom aktuellen ölgetriebenen makroökonomischen Umfeld zu profitieren. Darüber hinaus erwartet Morgan Stanley eine Beschleunigung der Investitionen in Energiesicherheit und Infrastruktur, was das weitere Gewinnwachstum in diesen Bereichen stützen dürfte.

Für deutsche Anleger, die in Schwellenländer investieren, ist Saudi-Arabien als Teil des EEMEA-Raums (Osteuropa, Naher Osten und Afrika) ein zunehmend relevanter Markt. Die Einschätzung von Morgan Stanley unterstreicht, dass das Königreich trotz kurzfristiger Gegenwinds durch den Ölsektor mittelfristig als stabiler Investitionsstandort gilt – gestützt durch staatliche Ausgabenprogramme und strukturelle Reformbemühungen im Rahmen der Vision 2030.

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