Morgan Stanley: Software-Abverkauf übertrieben – Bank nennt acht Favoriten
Morgan Stanley widerspricht der negativen Marktstimmung und sieht im Softwaresektor mehr Chancen als Anleger derzeit erkennen.

Morgan Stanley hat sich klar gegen die pessimistische Haltung vieler Anleger gegenüber dem Softwaresektor positioniert. In einer Mitteilung erklärte die US-Investmentbank, der Markt sei „zu negativ gegenüber der Gruppe" eingestellt. Gleichzeitig nannte die Bank acht Unternehmen, die sie als „Overweights mit der höchsten Überzeugung" für die KI-Ära einstuft.
Analyst Adam Wood führte dazu ein sogenanntes „Moat & Journey"-Framework ein. Dieses Bewertungsmodell soll die Beständigkeit und die Wachstumsaussichten von Softwareunternehmen systematisch erfassen. Auf Basis dieser Analyse identifizierte Wood acht Unternehmen, die seiner Einschätzung nach am besten für das KI-Zeitalter aufgestellt sind.
Die acht Favoriten von Morgan Stanley
Die Bank stuft folgende Unternehmen mit „Overweight" und höchster Überzeugung ein:
- Microsoft
- Palo Alto Networks
- CrowdStrike
- Cloudflare
- Datadog
- ServiceNow
- Snowflake
- Shopify
Die Liste vereint sowohl etablierte Technologieriesen wie Microsoft als auch spezialisierte Wachstumsunternehmen aus den Bereichen Cybersicherheit, Cloud-Infrastruktur und Datenanalyse.
Softwaresektor hinkt dem Markt deutlich hinterher
Als Hintergrund für ihre Einschätzung verweist Morgan Stanley auf eine ausgeprägte Underperformance des Sektors. Der S&P North American Technology Software Index ist in den vergangenen zwei Jahren um 40 Prozent hinter dem Nasdaq 100 und um 30 Prozent hinter dem S&P 500 zurückgeblieben. Diese Entwicklung spiegele laut der Bank die wachsende Sorge der Anleger hinsichtlich des sogenannten Terminal Value wider – also des langfristigen Endwerts der Unternehmen.
Trotz dieser Bedenken hält Morgan Stanley an einer insgesamt attraktiven Branchenbewertung fest. Die Bank räumt zwar ein, „der Wahrnehmung der Anleger zuzustimmen, dass die Branche reifer geworden ist", sieht jedoch gleichzeitig „mehr Chancen, als die Anleger derzeit glauben".
Fünf zentrale Fragen prägen die Investorendebatte
Wood skizzierte in seiner Analyse fünf Kernfragen, die die aktuelle Diskussion unter Softwareinvestoren bestimmen:
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- Sinken die Bruttomargen strukturell?
- Ist ein sogenannter „Headless"-Ansatz – also Software ohne klassische Benutzeroberfläche – unvermeidlich?
- Wie wirkt sich das Ende der Token-Subventionierung auf das Branchenwachstum aus?
Diese Fragen verdeutlichen, wie tiefgreifend der Wandel durch künstliche Intelligenz den Softwaremarkt verändert. Besonders die Frage nach der Monetarisierung jenseits klassischer Lizenzmodelle ist für viele Unternehmen existenziell.
Laut Wood folgt Software im Allgemeinen einem „Buy then Build"-Zyklus. In der aktuellen Aufbauphase profitieren demnach vor allem Infrastruktur- und Cybersicherheitsunternehmen. Anwendungssoftware dürfte erst in einer späteren Phase des Zyklus stärker in den Fokus rücken.
Im Rahmen einer umfassenden Neubewertung des Sektors übernahm Morgan Stanley zudem die Beobachtung weiterer Unternehmen. Salesforce und Intuit werden mit „Equal-Weight" eingestuft, während Adobe und Workday die Bewertung „Underweight" erhalten – ein klares Signal, dass die Bank innerhalb des Sektors deutlich differenziert.


