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Morgan Stanley stuft Lenovo hoch und verdoppelt Kursziel wegen KI

Die US-Investmentbank hebt das Kursziel von HK$14,20 auf HK$30 und sieht KI als strukturellen Treiber für Lenovo.

Morgan Stanley stuft Lenovo hoch und verdoppelt Kursziel wegen KI

Morgan Stanley hat Lenovo am Freitag von „Equal-weight" auf „Overweight" hochgestuft und das Kursziel von HK$14,20 auf HK$30 mehr als verdoppelt. Als Begründung nennt die US-Investmentbank die durch Künstliche Intelligenz ausgelöste strukturelle Veränderung des Speichermarkts, von der der chinesische Technologiekonzern maßgeblich profitiere.

Analyst Howard Kao formuliert die zentrale These klar: „KI hat den Speichermarkt grundlegend verändert." Diese Transformation habe eine strukturelle Angebotsverknappung erzeugt, die sich laut Morgan Stanley wesentlich von früheren Aufwärtszyklen unterscheide. In der Vergangenheit schoben Kunden Käufe oft auf, wenn sie mit sinkenden Komponentenpreisen rechneten – dieses Verhalten hat sich nun umgekehrt.

Laut Morgan Stanley erwarten Kunden heute zunehmend, dass die Speicherkosten erhöht bleiben, und zeigen eine größere Bereitschaft, höhere Systempreise zu akzeptieren. Das habe es Lenovo ermöglicht, höhere Komponentenkosten vollständig weiterzugeben und gleichzeitig die Margen zu sichern – ein Ergebnis, das sich laut der Bank „wesentlich von früheren Speicherzyklen unterscheidet".

Lenovos Aktie bereits auf Höhenflug

Die Märkte haben diese Entwicklung bereits antizipiert: Lenovos Aktien sind in den vergangenen zwei Monaten um beeindruckende 82% gestiegen. Zum Vergleich: Der Hang Seng Index, der wichtigste Aktienindex Hongkongs, verlor im gleichen Zeitraum rund 9%. Getrieben wurde der Kursanstieg durch über den Erwartungen liegende Quartalsergebnisse.

Morgan Stanley stützt seinen Optimismus auch auf aktuelle Lieferkettenüberprüfungen und Gespräche mit dem Lenovo-Management. Diese deuten darauf hin, dass sich der positive Trend „bis mindestens in die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2026 fortsetzen könnte".

KI-Infrastruktur als wachsender Ergebnistreiber

Neben dem klassischen PC-Geschäft, das Morgan Stanley weiterhin als „stabiler Cash-Generator" einordnet, rückt die Infrastructure Solutions Group (ISG) von Lenovo zunehmend in den Mittelpunkt der Investment-Story. Die ISG bündelt Lenovos Aktivitäten rund um Server, Speicherlösungen und KI-Infrastruktur.

Mit einer Pipeline für KI-Infrastruktur von rund 21 Milliarden US-Dollar prognostiziert Morgan Stanley, dass die ISG bis zum Geschäftsjahr 2029 etwa 35% zum Konzerngewinn beitragen wird. Zuvor soll die Sparte im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich die Gewinnschwelle erreichen – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Profitabilität.

Die Gewinnprognosen von Morgan Stanley für den Gewinn je Aktie (EPS) in den Geschäftsjahren 2027 bis 2029 liegen rund 20% über dem Marktkonsens. Diese optimistischere Einschätzung basiert primär auf der Annahme stärkerer Margen, die durch die veränderte Preisdynamik im Speichermarkt möglich werden.

Für deutsche Anleger, die in asiatische Technologiewerte investieren möchten, ist Lenovo damit ein prominentes Beispiel dafür, wie der globale KI-Boom auch außerhalb der bekannten US-amerikanischen Tech-Giganten erhebliche Wertschöpfung entfalten kann.

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