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Morgan Stanley verdoppelt Kursziel für Micron – Speichermangel bis 2029

Morgan Stanley hebt Kursziele für Micron und SanDisk massiv an und sieht zwei bis drei Jahre anhaltende Angebotsknappheit im Speichermarkt.

Morgan Stanley verdoppelt Kursziel für Micron – Speichermangel bis 2029

Morgan Stanley hat die Kursziele für zwei der bedeutendsten Speicherchip-Unternehmen der Welt drastisch angehoben. Das Kursziel für Micron Technology wurde von 520 auf 1.050 US-Dollar mehr als verdoppelt, jenes für die SanDisk Corporation von 1.100 auf 1.750 US-Dollar heraufgesetzt. Als Begründung nennt die US-Investmentbank eine anhaltende Nachfrageüberhang auf den globalen Speichermärkten, der kurzfristig keine Entspannung erwarten lässt.

Analyst Joseph Moore erklärte in einer Mitteilung an Investoren, dass DRAM – also dynamischer Arbeitsspeicher – zum zentralen Engpass beim Ausbau der KI-Infrastruktur geworden sei. Hyperscaler, also die großen Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google, seien weiterhin bereit, erhöhte Preise für Speicherchips zu zahlen. „Es gibt keine schnelle Lösung für den Speichermangel", schrieb Moore unmissverständlich.

Angebotsengpass könnte Jahre andauern

Moore geht davon aus, dass die Versorgungsengpässe noch zwei bis drei Jahre oder länger anhalten könnten. Diese Einschätzung hat direkte Auswirkungen auf die Gewinnprognosen beider Unternehmen. Morgan Stanley hob seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie (EPS) von Micron für die Kalenderjahre 2026 und 2027 um 4 Prozent beziehungsweise 48 Prozent an – getrieben durch höhere Preisannahmen für Speicherchips.

Konkret prognostiziert das Institut einen Anstieg der DRAM-Preise um 40 Prozent im Mai-Quartal sowie um weitere 15 Prozent im August-Quartal. Für SanDisk wurden die EPS-Schätzungen für die Kalenderjahre 2026 und 2027 um 12 Prozent und 24 Prozent angehoben. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark die Preisdynamik im Speichermarkt derzeit ist.

Bewertung trotz Rally noch günstig

Trotz der bereits starken Kursperformance beider Aktien sieht Moore weiteres Aufwärtspotenzial. Sowohl Micron als auch SanDisk werden auf Basis der Schätzungen für das Kalenderjahr 2027 mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10 gehandelt. Das lässt nach Einschätzung von Morgan Stanley Raum für eine sogenannte Multiple Expansion – also eine Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren, wenn der Markt das Wachstumspotenzial stärker einpreist.

„Wir glauben nicht, dass die Phase der starken Performance vorbei ist", betonte Moore. Diese Aussage ist für Anleger besonders relevant, die befürchten, den richtigen Einstiegszeitpunkt bereits verpasst zu haben.

Katalysatoren für Micron in Sicht

Morgan Stanley wies zudem auf konkrete bevorstehende Katalysatoren speziell für Micron hin. Dazu zählen Neuverhandlungen von HBM-Verträgen (High Bandwidth Memory) Ende 2026 sowie der geplante Beginn von Aktienrückkäufen im Geschäftsjahr 2027. Die Bank prognostiziert Rückkäufe in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2027 bis 2028.

Micron war bislang aufgrund von Bestimmungen des US-amerikanischen CHIPS Act weitgehend von Aktienrückkäufen ausgeschlossen. Der CHIPS Act, der 2022 verabschiedet wurde, soll die heimische Halbleiterproduktion in den USA fördern und enthält Auflagen für Unternehmen, die staatliche Fördergelder erhalten – darunter Beschränkungen bei Kapitalrückführungen an Aktionäre. Der Wegfall dieser Einschränkungen könnte die Aktionärsrendite von Micron künftig deutlich steigern und stellt damit einen weiteren positiven Faktor für die Aktie dar.

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