Morgan Stanley warnt vor wachsenden Risiken bei Henkel-Prognose 2026
Vor den Jahreszahlen 2025 mahnen die US-Analysten zur Vorsicht – und nennen konkrete Belastungsfaktoren.
Die Henkel-Aktie gab am Donnerstag einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ab und notierte zuletzt nur noch 0,3 Prozent im Plus. Hintergrund ist eine Warnung von Morgan Stanley, die kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 am Freitagmorgen veröffentlicht wurde. Die Analysten rechnen mit einem verhaltenen Ausblick für das organische Umsatzwachstum (OSG) im Jahr 2026.
Morgan Stanley identifizierte mehrere Belastungsfaktoren, die Henkels Wachstumsziele unter Druck setzen könnten. Im Klebstoffgeschäft (Adhesives), einem zentralen Standbein des Düsseldorfer Konzerns, prognostiziert der S&P IPX Industrieproduktionsindex für 2026 lediglich ein Wachstum von 2,0 Prozent. Hinzu kommt ein erwarteter Rückgang der Leichtfahrzeugproduktion um 0,4 Prozent – ein wichtiger Abnahmemarkt für Industrieklebstoffe.
Schwache Signale aus dem Wettbewerberumfeld
Die Investmentbank verwies zudem auf die maue Performance vergleichbarer Unternehmen. Tesa stellte für 2026 ein stagnierendes bis leicht steigendes organisches Umsatzwachstum in Aussicht, Arkema lieferte ebenfalls eine verhaltene Prognose. Steigende Gaspreise könnten die Industrieproduktion weiter bremsen und die Nachfrage im Klebstoffgeschäft zusätzlich belasten, während die Inflation bei den Inputkosten anhält.
Im Bereich Konsumgüter zeichnet Morgan Stanley ein ähnlich schwieriges Bild. In den europäischen Geschirrspülmittelkategorien herrscht aggressiver Wettbewerb, wie Reckitt erst vergangene Woche bei seiner Berichterstattung betonte. Sowohl Procter & Gamble als auch Reckitt signalisieren für Europa nur stagnierendes bis niedrig einstelliges Kategoriewachstum.
Besonders besorgniserregend: Nielsen-Daten zeigen anhaltende Marktanteilsverluste für Henkel – sowohl in Europa als auch im US-Waschmittelmarkt, wo die Verluste zuletzt im Februar besonders deutlich ausfielen. P&G erwartet zudem einen Anstieg des Aktionsvolumens in den USA, was Henkels Preissetzungsmacht im laufenden Jahr weiter einschränken dürfte.
Naher Osten als zusätzlicher Risikofaktor
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Zur AktienanalyseMorgan Stanley hob schließlich das Engagement von Henkel in der IMEA-Region (Indien, Naher Osten, Afrika und Türkei) hervor. Auf diesen Bereich entfallen rund 10 bis 11 Prozent des Konzernumsatzes. Angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stellt dies einen weiteren potenziellen Belastungsfaktor dar, den Investoren im Blick behalten sollten.
Die Henkel-Jahreszahlen 2025 werden am Freitagmorgen veröffentlicht und dürften richtungsweisend für die weitere Kursentwicklung sein. Anleger werden insbesondere auf den offiziellen Ausblick des Managements für 2026 achten.


