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Münchener Rück plant deutliche Gewinnsteigerung

Konzern will bis 2030 stark wachsen und hohe Ausschüttungen leisten

Münchener Rück plant deutliche Gewinnsteigerung

Münchener Rück stellt die Weichen für eine weiter steigende Profitabilität und plant, den Großteil der erzielten Gewinne an die Aktionäre weiterzugeben. Der Rückversicherer erwartet, dass der Gewinn je Aktie bis 2030 im Durchschnitt um mehr als acht Prozent jährlich wächst. Rund 80 Prozent des Gewinns sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner fließen, sofern die Solvenzquote über 200 Prozent liegt. Für das kommende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro, was über dem Ziel für 2025 liegt, jedoch etwas unter den Erwartungen der Analysten bleibt. Der Versicherungsumsatz soll auf 64 Milliarden Euro steigen und damit zwei Milliarden über dem Durchschnitt der Prognosen liegen.

An der Börse sorgten die neuen Zielgrößen für eine positive Reaktion. Die Aktie legte nach Veröffentlichung der Mitteilung zu und notierte über dem Vortag. Erste Einschätzungen aus dem Analystenumfeld heben hervor, dass die neuen Ambitionen hoch wirken, der Konzern jedoch in der Vergangenheit seine selbst gesetzten Ziele regelmäßig übertroffen hat. Als besonders relevant gelten das erwartete Wachstum des Gewinns je Aktie und das angestrebte Nettogewinnziel für 2026, das Hinweise auf mögliche spätere Prognoseanhebungen liefert.

Offen bleibt aus Sicht mancher Analysten, wie das überschüssige Kapital eingesetzt werden soll. Die angepeilte Kapitalanlagerendite von mehr als 3,5 Prozent für 2026 deutet auf eine potenziell weniger konservative Ausrichtung des Investmentportfolios hin. Auf dem bevorstehenden Investorentag will der zukünftige Vorstandschef Christoph Jurecka, derzeit Finanzchef und designierter Nachfolger von Joachim Wenning, weitere Details zur Strategie präsentieren. Dass sich die neue Planung erstmals über fünf statt drei Jahre erstreckt, wird als Ausdruck unternehmerischer Stärke gewertet.

Im Rückversicherungsgeschäft stellt sich das Marktumfeld zunehmend herausfordernd dar. Die Preise in der Schaden-Rückversicherung, insbesondere im Segment der Naturkatastrophendeckungen, geraten unter Druck und lassen eine leichte Aufweichung des Marktes erkennen. Dennoch sieht das Unternehmen Chancen in Bereichen wie Spezialversicherungen, darunter Cyber-Policen für Industriekunden. Für das nächste Jahr wird in diesem Segment ein Nettogewinn von 5,4 Milliarden Euro erwartet und damit ein Wert, der über den Konsensschätzungen liegt.

Die Erstversicherungstochter Ergo soll im kommenden Jahr 0,9 Milliarden Euro zum Konzernergebnis beitragen. Investoren halten zusätzliche Akquisitionen sowohl im Spezialversicherungsgeschäft als auch im Heimatmarkt für möglich. Jüngst hatte Ergo einen Digitalversicherer aus den USA übernommen, und auch in Deutschland erwägt das Unternehmen weitere Zukäufe, sofern sich daraus Wertsteigerungspotenzial ergibt.

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