Naher Osten: Europäische Regierungen starten großangelegte Rückholaktionen
Nach dem Einbruch des Flugverkehrs im Nahen Osten evakuieren zahlreiche EU-Staaten ihre festsitzenden Bürger.

Der eskalierende Konflikt nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran hat den kommerziellen Flugverkehr in weiten Teilen des Nahen Ostens zum Erliegen gebracht. Tausende ausländische Staatsangehörige saßen in der Region fest. Europäische Regierungen reagierten mit koordinierten Rückholaktionen, teils unter Einsatz von Militärflugzeugen und Chartermaschinen.
Die Europäische Kommission koordiniert die Rückholflüge über den EU-Zivilschutzmechanismus. Bis zum 9. März unterstützte die EU mehr als 42 Flüge und brachte über 4.100 Europäer sicher zurück. Begünstigt wurden Bürger aus 14 Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Deutschland, Österreich und die Niederlande.
Einzelne Länder mobilisieren Kapazitäten
Frankreich steht vor der größten Herausforderung: Rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in der Region auf. Ab dem 4. März starteten mehrere Rückholflüge. Zusätzlich entsandte Paris Konsularteams an die Landgrenzen Israels zu Ägypten und Jordanien sowie an die VAE-Grenzen zu Oman und Saudi-Arabien.
Italien meldete, dass rund 25.000 Italiener mithilfe vermittelter Linienflüge die Region verlassen konnten. Die Konsulate im Oman und in den VAE wurden personell aufgestockt. Rückkehrer nutzten auch Transitrouten über Katar, Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien.
Deutschland flog in zwei Maschinen rund 250 Personen aus der Golfregion aus. Der erste Flug landete am 5. März in Frankfurt, wie Außenminister Johann Wadephul mitteilte. Tschechien empfing laut Außenminister Petr Macinka rund 1.400 Rückkehrer.
Österreich, Finnland und Ungarn mit gezielten Maßnahmen
Österreich half 117 schutzbedürftigen Bürgern bei der Ausreise aus den VAE und Israel über Nachbarstaaten. Ein erster Charterflug von Maskat mit 170 Plätzen war für den 4. März vorgesehen. Das Außenministerium warnte jedoch, dass Ausreisen auf dem Landweg auf eigene Gefahr erfolgten.
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Zur AktienanalyseFinnland plante für den 8. März einen Rückholflug mit rund 160 Plätzen für die etwa 3.000 in den VAE festsitzenden Staatsbürger. Finnair bereitete zudem Flüge von Maskat nach Helsinki vor – der erste startete am 10. März, weitere folgten in derselben Woche.
Ungarn mietete Flugzeuge von Flydubai und flog am 5. und 6. März Staatsbürger aus Dubai aus. Am 7. und 8. März starteten jeweils zwei weitere Flüge von Riad in Saudi-Arabien. Bulgarien organisierte drei Flüge mit insgesamt mehreren Hundert Sitzplätzen aus Dubai, Abu Dhabi und dem Oman.
Die Niederlande kündigten an, ihr Militär einzusetzen, um Bürger aus Ländern zurückzuholen, die sie nicht eigenständig verlassen können. Genaue Details zu Zielländern oder Zeitplänen nannte die Regierung zunächst nicht. Polen flog die erste Gruppe seiner Staatsbürger bereits am 6. März per Militärtransport zurück.


